Der westfälische Präses Alfred Buß hat zu einem Lebensstil des Miteinanders aufgerufen.
Alle Menschen lebten vom Empfangen und Weitergeben, sagte Buß am Sonntag in einem Erntedank-Gottesdienst in der evangelischen-arabischen Gemeinde in Bethlehem. «Wir leben gemeinsam auf dieser Erde und sind füreinander verantwortlich», unterstrich der leitende Theologe der viertgrößten
evangelischen Landeskirche in Deutschland. Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen besucht auf einer einwöchigen Delegationsreise mit Vertretern der Kirchenleitung Israel und die palästinensischen Gebiete.
Gott habe mit den Menschen eine Befreiungsgeschichte begonnen, sagte Buß. «Gottes Geschichte setzt sich fort, wo Neues aufbricht, wo Begegnung gelingt, wo wir empfangen und weitergeben», erklärte der westfälische Präses. «Da spürt man Wärme und Leben.» Der Segen sei «das Entscheidende, von dem wir leben und das wir nicht selber machen können», betonte Buß. An dem Gottesdienst nahm auch der Bischof der Evangelischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, Munib Junan, teil.
Die Reise soll sowohl Solidarität mit christlichen Palästinensern sowie das Bewusstsein der ganz besonderen Beziehungen von Deutschen und Israelis zum Ausdruck bringen, wie die Evangelische Kirche von Westfalen zum Beginn des Besuchs mitteilte. Am Mittwoch wird Buß in der Gedenkstätte Jad Vaschem zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden einen Kranz niederlegen. Am Samstag hatte der Präses der christlichen Privatschule Talitha Kumi im palästinensischen Beit Dschala bei Bethlehem einen Besuch abgestattet.
(Quelle: epd)
