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General Glatz: Christen müssen andere Menschen auch mit Einsatz von Gewalt schützen

Bundeswehrgeneral Rainer Glatz hält als Christ das Töten zum Schutz anderer Menschen und der Menschenrechte für ethisch verantwortbar.

 «Als Christ macht man sich schuldig bei einem Verstoß gegen das Gebot, nicht zu töten. Aber: Wenn Sie es unterlassen, andere zu schützen, können Sie genauso schuldig werden», sagte Glatz, der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr ist, in einem Gespräch mit dem Pazifisten Fernando Enns, das das Internetportal «chrismon.de» am Dienstag veröffentlichte. In dieser Spannung seien Christen auf Gottes Gnade angewiesen.

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 «Mir geht es darum, dass wir die Würde des Menschen vor Übergriffen zu schützen haben», sagte der Generalleutnant mit Blick auf Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die Politik müsse wissen, dass sie mit dem Einsatz von Soldaten und militärischer Gewalt nur «Zeit kaufen» könne. Diese Zeit müsse die Politik zwingend nutzen, um «mit nichtmilitärischen Mitteln die Konfliktursachen zu lösen oder zu minimieren, da dies durch den Einsatz von Soldaten alleine nicht zu erreichen ist».

 Demgegenüber vertritt der mennonitische Theologe Enns die Ansicht: «Christen dürfen nicht töten.» Es gehöre zur massivsten Schuld, «von Gott geschenktes Leben zu vernichten». Militärische Mittel könnten niemals legitim sein: «Christ sein, heißt gegen Krieg zu sein.» Enns, der an der Universität Hamburg lehrt, sprach sich daher für internationale Polizeieinsätze aus: «Wenn wir bei massiven Menschenrechtsverletzungen eine Schutzpflicht durchsetzen wollen, brauchen wir eine Polizei, die gewaltminimierend eingreift.»

 Glatz widersprach dieser Forderung nach einer UN-Polizei. Manche Konfliktparteien könnten nicht einfach mit Polizei auseinandergehalten werden, argumentierte er. Dazu müssten Soldaten eingesetzt werden: «Dass zum Beispiel die Truppen Gaddafis allein durch eine internationale Polizeitruppe gestoppt werden könnten, kann ich mir nicht vorstellen.»

(Quelle: epd)

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