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Helm und Talar: Motorrad-Gottesdienst-Pastor Erich Faehling hört auf

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Kaum ein Pastor in Norddeutschland hat regelmäßig so viele Gottesdienst-Besucher wie Erich Faehling: Wenn er alljährlich im Motorrad-Gottesdienst (MOGO) vor dem Hamburger Michel predigt, hören zwischen 30.000 und 40.000 Menschen zu.

 Wenn seine Gemeinde nach dem Segen auf ihre Motorräder steigt, wird eigens die Autobahn 7 gesperrt. Doch am 31. Dezember ist für ihn Schluss: Faehling gibt sein Ehrenamt als MOGO-Pastor auf. Ein Nachfolger wird noch gesucht.

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 Im Hauptberuf ist Faehling seit 20 Jahren evangelischer Dorfpastor in Bokhorst östlich von Neumünster. Bis auf die monatliche «Biker-Church» wird dort das traditionelle Gemeindeprogramm mit Bibelstunde, Frauenfrühstück und Posaunenchor angeboten. Trotz seines Biker-Engagements habe die Gemeindearbeit nicht gelitten, sagt Faehling. Künftig werde aber wieder mehr Zeit bleiben, neue Projekte anzuschieben. Die Bokhorster hätten ihn bei der MOGO-Arbeit sehr unterstützt und in Notlagen mit Keyboards und Bläsern ausgeholfen.

 Am Ende sei die Biker-Arbeit mit einer «150-Prozent-Stelle» einfach zu viel geworden, sagt der zweifache Familienvater: «Ich würde gerne mal wieder schlafen, wenn alle schlafen.» Neben dem alljährlichen Hamburger MOGO im Juni gibt es weitere MOGOs in Kiel, Husum und im Kölner Dom. Obwohl ihm ein engagiertes MOGO-Team in Hamburg zur Seite steht, bleibt viel Arbeit mit der Suche nach Sponsoren und der Abstimmung mit den Ehrenamtlichen.

 Faehlings besondere Gabe ist neben seinem Humor die klare Sprache. So wie er über Kolbenringe und Vergaser spricht, redet er auch über das Evangelium und die Liebe Gottes. Pastorales Gehabe ist ihm fremd. Er liebe den Mega-MOGO in Hamburg, sagt er. Aber auch die «herzallerliebste Filiale» in Husum, bei der er viele Biker-Paare getraut hat. Das traditionelle Totengedenken an verunglückte Biker berühre ihn jedes Mal.

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 Seit 17 Jahren leitete Faehling den Hamburger MOGO, den größten Motorrad-Gottesdienst der Welt. Die Biker-Gemeinde habe ihn herausgefordert, so Faehling, den christlichen Glauben auf neue Weise zur Sprache zu bringen. Der Erfolg scheint ihm recht zu geben. Mit den Jahren, so seine Beobachtung, seien auch immer mehr Menschen ohne Motorrad dazugekommen, weil sie eine andere Ansprache fanden als in ihrer Heimatgemeinde.

 Die Sehnsucht nach Freiheit verbinde die Biker-Gemeinde, sagt Faehling, und mache sie zugleich offen für die befreiende christliche Botschaft. Soziale Grenzen seien den Bikern fremd: «Da steht der Lehrling neben dem Rechtsanwalt – und die Mofa neben der Harley.» Faehling selbst sitzt auf einer BMW Enduro 1200 gs, die es locker auf 200 Stundenkilometer bringt. Gern nutzt er sie für dienstliche Gemeindefahrten, aber einmal im Jahr geht er auch auf große Tour.

 Beim nächsten Hamburger MOGO, am 9. Juni 2013, wird Faehling offiziell verabschiedet. Er wolle mit einem «lebendigen Auge und warmen Herzen» dabei sein, wünscht er sich. Erst einmal brauche er noch ein wenig Abstand, aber später werde er sicher wieder dabei sein – als normaler MOGO-Gast.

(Quelle: epd)

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