Viele Christen in Indien fürchten nach dem Wahlsieg der hindunationalistischen Opposition um ihre Sicherheit. Govada Dyvasirvadam, Bischof der südindischen Diözese Krishna-Godavari, sieht "große Probleme auf die indischen Christen zukommen".
Mit Besorgnis sieht der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, die Situation der Christen in Indien. Die EKHN unterhält enge Partnerschaften zur südindischen Kirche und zu Christen im nordindischen Amritsar an der Grenze zu Pakistan. "Ich nehme das Wahlergebnis in Indien mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis und teile die Sorgen unserer Partner in den indischen Kirchen", so Jung in seiner offiziellen Stellungnahme zur Wahl. Er habe bereits Kontakt zu den Bischöfen den indischen Partnerdiözesen der EKHN aufgenommen.
Das Oppositionsbündnis "National Democratic Alliance" (NDA) unter der Führung von Narendra Modi und seiner hindunationalistischen Partei "Bharatiya Janata Party" (BJP) war als Sieger der Parlamentswahlen in der größten Demokratie der Welt hervorgegangen.
Die Minderheiten in Indien, vor allem Muslime und Christen, "haben Angst vor einer Regierung unter der Führung von Narendra Modi", erklärte Jung. Der Politiker sei Mitglied der sogenannten "Nationalen Freiwilligenorganisation" (RSS). Diese paramilitärisch organisierte Gruppierung mit mehreren hunderttausend Mitgliedern stellt nach Jung die säkulare Grundlage der indischen Verfassung in Frage und sei bekannt für ihre antichristliche und antiwestliche Haltung. So fürchtet Bischof Dyvasirvadam, dass "die besonderen Rechte der Minderheiten in Indien – zu denen auch die Christen gehören – eingeschränkt oder gar ganz abgeschafft werden."
