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Hartmut Steeb: „Die Einheit ist längst da“

31 Jahre lang war Hartmut Steeb Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Nun hat er sein Amt abgegeben. Im Allianz-Magazin EiNS blickt er zurück – ganz persönlich.
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Das Interview führten Suse Chmell und Jörg Podworny

Nach 31 Jahren als Generalsekretär ist die Ziellinie in Sicht. Mit welchen Gedanken blickst du nach vorn?
Ich schau zuerst zurück, voller Dankbarkeit. Dass ich dieses Amt so lange ausüben durfte, war nicht vorgesehen. Ich bin von Haus aus Verwaltungsbeamter, Diplom-Verwaltungswirt. Als ich gefragt wurde, stand ich im Dienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg – und die Evangelische Allianz wollte mich damals für zehn Jahre, die württembergische Landeskirche mich erstmal nur fünf und dann höchstens nochmal drei Jahre freistellen. Ich hab kirchliche Arithmetik gelernt: 5 plus 3 gibt 31 (lacht). Zur Zukunft: Ich find es schön, dass Gott uns Tag für Tag leitet und schau mit Freude nach vorn; ich bin kein großer Langzeitplaner.

Sind Hartmut Steeb und die Evangelische Allianz „Brückenbauer“?
Wir müssen die Brücken gar nicht bauen, die baut unser Herr – wir müssen sie nur begehen. Wir müssen die Einheit nicht schaffen, die hat Jesus erbetet, sie ist längst da.
Es kommt nicht drauf an, in welcher Glaubensherberge, sondern dass man bei Jesus zuhause ist. Und ich möchte gern mit den Menschen, mit denen ich die Ewigkeit verbringen werde, heute schon zusammenleben. Das Geschenk der Einheit auszupacken, zu gestalten, das ist Aufgabe der Evangelischen Allianz.

„Ich liebe die 40-Stunden-Woche so sehr, ich mach sie gerne zweimal.“

Alle, die dich kennen, wissen: Du bist ein Tag- und Nachtarbeiter; Mails von dir kommen oft mitten in der Nacht. Wieviel Arbeitsstunden hat deine Woche?
Ich sag es mal so: Ich liebe die 40-Stunden-Woche so sehr, ich mach sie gerne zweimal. Eines meiner Mottos ist: Wer seine Arbeit liebt, kann sich viele schöne Stunden machen. Also, ich lass mich von Aufgaben herausfordern. Aber ich bin kein Perfektionist und weiß, dass ich viele Baustellen hinterlassen werde.

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Wie hat Familie Steeb gelebt mit einem Papa, der immer unterwegs war?
Also, wir haben keine besonderen Rituale gehabt. Wenn ich da war, war ich da. Natürlich habe ich immer versucht Kontakt zu halten, und ganz gewiss bin ich in manchen Punkten meinen Kindern und meiner Frau nicht gerecht geworden. Das kann man nur mit einem nichtperfektionistischen Ansatz überleben. Ob’s gelungen ist, das müsste man auch meine Frau und meine Kinder fragen – die das sehr unterschiedlich sehen. Ich gehe davon aus, dass das Leiden meiner Familie insgesamt beschränkt war.

„Man kann die Zukunft sowieso nicht planen, darum muss man’s auch nicht machen.“

Ist es gut, wenn eine Person 30 Jahre lang ein Amt innehat? Oder sollte man die Zeit begrenzen?
Ich glaube nicht, dass man das grundsätzlich begrenzen muss. Ich hab mich sehr dafür eingesetzt, nachdem ich unbefristet beurlaubt war von der Landeskirche, in der Satzung festzulegen, dass auch der Generalsekretär auf sechs Jahre gewählt wird. Ich find es sehr gesund, alle paar Jahre Inventur zu machen: Will ich denn wirklich noch? Und wollen die anderen noch? Dann merkt man, wie hoch die Zustimmung ist. Ich glaube, wenn ich mal unter 85 oder 80 Prozent gefallen wäre, hätte ich wahrscheinlich mein Amt aufgegeben. Das kann man auf Dauer nur ausüben in einem ganz breiten Konsens.

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Gibt es eigentlich einen Bibelvers, der dich in deinem Leben begleitet hat?
Ja, mein Konfirmationsspruch: „Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.“ Und der andere ist „So der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun“, aus dem Jakobusbrief. Man kann die Zukunft sowieso nicht planen, darum muss man’s auch nicht machen.


Das komplette Interview mit Hartmut Steeb ist in Ausgabe 2/19 der Zeitschrift EiNS erschienen.

 

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