In der Diakonie in Niedersachsen wird über höhere Löhne verhandelt. Die Beschäftigten fordern fünf Prozent mehr Gehalt und einen «Tarifvertrag Soziales», sagte deren Verhandlungsführer Manfred Freyermuth am Dienstag dem epd.
Die Arbeitgeber wollten ihre Vorstellungen noch nicht öffentlich machen: «Wir werden unser Angebot erst am Mittwoch in Hannover wie vereinbart vorlegen», sagte der Vorsitzende der Arbeitgeberseite, Hans-Peter Hoppe.
Am Dienstag kam es zu landesweiten Kundgebungen und «aktiven Mittagspausen» in einzelnen Einrichtungen. An den Aktionen beteiligten sich Freyermuth zufolge mehr als 1.000 Beschäftigte. In Niedersachsen gehören etwa 250 Einrichtungen mit rund 40.000 Beschäftigten der Diakonie an.
Beide Seiten betonten, dass vor allem die diakonischen Altenhilfeeinrichtungen unter einem großen finanziellen Druck stehen. Schuld daran sei die chronische Unterfinanzierung der Pflege. Freyermuth forderte mehr Druck auf die Politik: «Es ist doch kein Grundgesetz, dass der Staat in Niedersachsen 20 Prozent weniger für die Pflege bezahlt als in Nordrhein-Westfalen.» Hoppe sagte, dass die Konkurrenz auch unter den Wohlfahrtsverbänden zunehme. So liege zahle die Arbeiterwohlfahrt 14 Prozent weniger als die Diakonie.
Forderungen nach einem Tarifvertrag wies Hoppe zurück. In der Diakonie gelte der sogenannte Dritte Weg. Dabei verhandelten Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der paritätisch besetzten Arbeitsrechtlichen Kommission solange, bis ein für beide Seiten tragbares Ergebnis vorliegt. «Einen Ausstieg aus dem Dritten Weg hin zu Tarifverhandlungen müssten die fünf niedersächsischen Kirchen in ihren Synoden beschließen.»
(Quelle: epd)
