Er spielte für Manchester United, Norwich City und die nordirische Nationalmannschaft – bis er dem Profifußball den Rücken kehrte. Heute lebt Philip Mulryne als Dominikanerpater in Irland.
Von Tim Bergen
Philip Mulryne wurde am 1. Januar 1978 in Belfast geboren und galt früh als großes Fußballtalent. Mit 16 Jahren wechselte er zu Manchester United. In einer Mannschaft mit Ryan Giggs, Andy Cole, Teddy Sheringham und Nicky Butt konnte er sich allerdings nicht durchsetzen. Es reichte nur für einen einzigen Premier-League-Einsatz bei Manchester United im Jahr 1997.
Sein Durchbruch gelang ihm bei Norwich City, wo er über 160 Spiele absolvierte und 18 Tore erzielte. Dort wurde er zum Publikumsliebling und erlebte 2004 den Aufstieg in die Premier League. Er spielte außerdem 27-mal für die nordirische Nationalmannschaft. Nach Norwich folgten Stationen bei Cardiff City, Leyton Orient und kleineren Vereinen, bevor er 2008 mit nur 29 Jahren seine Karriere beendete. Mulryne spürte eine innere Leere – trotz Ruhm und finanzieller Sicherheit. „Ich begann mit dem gesamten Lebensstil unzufrieden zu werden“, sagte er dem „Daily Star“. „Ich war sehr privilegiert, aber habe festgestellt, dass bei all den Dingen, die mich umgeben, irgendwann eine Art Leere herrschte.“
Das Leben im Kloster
Die Sinnsuche führte ihn zurück zum Glauben. Er begann, regelmäßig zu beten, engagierte sich in der Obdachlosenhilfe und trat schließlich ins Priesterseminar ein. 2017 wurde der ehemalige Fußballspieler zum Priester geweiht. Heute lebt er in einem Dominikanerkloster im südirischen Cork. „Ich lebe in einem Kloster, bin also eigentlich eher ein Mönch“, so Mulryne gegenüber der Zeitung „The Sun“. „Wir sind 15 Personen im Kloster. Es herrscht eine Art gegenseitige Abhängigkeit.“
Der ehemalige Fußballspieler sieht sogar Parallelen zwischen seiner Zeit als Profisportler und seinem heutigen Leben: „Ich habe einen Vorgesetzten im Kloster, dem ich unterstellt bin, wie einem Manager, wie einem Trainer.“ Die Tugenden, die er bei Manchester United gelernt habe – Opferbereitschaft, sich einem größeren Ganzen zu widmen – seien auch im Klosterleben wichtig.
Fußball verfolgt der 47-Jährige weiterhin gerne: „Im Kloster gibt es keinen Fernseher“, sagte der Nordire dem „Daily Star“. Doch bis heute fiebert der Priester mit seinem Jugendklub Manchester United: „Wir haben einen Raum mit ein paar Computern, dort schaue ich mir die dreiminütigen Highlights an.“
Quellen: https://www.dailystar.co.uk, https://tribuna.com, https://www.blick.ch/, https://www.thesun.co.uk/, https://web.de/
