Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Reinhard Marx, hat die Hoffnung geäußert, dass über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche mit geistlicher und theologischer Kompetenz debattiert wird.
Die Schwierigkeit dieses Thema werde in der Öffentlichkeit unterschätzt, sagte Marx am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe in Münster.
Die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe sei eine zentrale Frage der Theologie und keine Nebensache, ergänzte der Erzbischof von München und Freising. "Das ist nicht beliebig." Dass es bei diesem Thema sowie bei Ehe und Familie unterschiedliche Positionen gebe, sei "ganz normal". Auf der Vollversammlung hatten die Bischöfe einen Entwurf zur Begleitung von Wiederverheirateter Geschiedener erörtert, den eine bischöfliche Arbeitsgruppe vorbereitet hat. Abschließende Ergebnisse gab es nicht. Diese könnten Ende April beim nächsten Ständigen Rat der Bischofskonferenz erzielt werden, sagte der bisherige Bischofskonferenz-Vorsitzende, Robert Zollitsch.
Zollitsch ging in seinem Abschluss-Bericht nochmals auf die Vorgänge um den Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz van Elst, ein. Den damit verbundenen Folgen wie gewachsenes Misstrauen gegenüber den Bischöfen müssten sich alle Bischöfe stellen. Die Autorität des Amtes trete in einer pluralen Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund, ergänzte Zollitsch.
Auf Forderungen einzelner Bischöfe, das Sekretariat der Bischofskonferenz nach Berlin zu verlegen, ging Zollitsch indirekt ein. Berlin sei für das pastorale Handeln der Kirche in Deutschland ein wichtiger Ort. Die Bischofskonferenz unterstütze den Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki in dem Bemühen, die Hedwigskathedrale als Ort der Identifikation der katholischen Kirche in der Hauptstadt in einen baulich würdigen Zustand zu bringen, versicherte Erzbischof Zollitsch ohne Einzelheiten zu nennen. Der neue Vorsitzende Marx schloss eine Debatte über die katholische Präsenz in Berlin nicht aus. Dies müsse allerdings entsprechend vorbereitet werden.
Kardinal Marx war am Mittwoch für sechs Jahre zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck übernimmt von Marx den Vorsitz in der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Bischofskonferenz. Neuer Vorsitzender der Liturgiekommission ist der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann.
(Quelle: epd)
