Heather Larson_Willow-Screen
Heather Larson (Foto: Willow TV)
Nur wenige Tage nach Pastor Steve Carter hat auch die leitende Pastorin Heather Larson ihren Dienst beendet. Außerdem kündigten die Mitglieder des Ältestenrats der Gemeinde ihren Rücktritt an. Sie wollen den Weg für einen kompletten Neuanfang freimachen.

Noch am Montag hatte es so ausgesehen, als würde Larson der Gemeinde in South Barrington bei Chicago erhalten bleiben. Doch in einer Gemeindeversammlung am Mittwochabend erklärte sie nun ihren Rücktritt. Sie habe alles für einen Neuanfang gegeben, doch das Vertrauen in die Gemeindeleitung sei erschüttert. Gott habe ihr klargemacht, dass die Zukunft von Willow Creek eine Zukunft ohne sie selbst als leitende Pastorin sei.

Für den Ältestenrat erklärte Missy Rasmussen, die Gemeindeleitung habe Fehler im Umgang mit den Vorwürfen gegen Bill Hybels gemacht und übernehme die volle Verantwortung, den Aufklärungsprozess nicht ergebnisoffen und ausgewogen geführt zu haben. Sie baten die betroffenen Frauen – namentlich Nancy Ortberg, Nancy Beach, and Vonda Dyer – und die Gemeinde ausdrücklich um Vergebung. Und: „Wir glauben, dass Gott weiter seine Gemeinde bauen wird.“

Rasmussen kündigte an, dass der Ältestenrat geschlossen zurücktreten werde. Um einen geordneten Übergang zu gewährleisten, soll dies über einen Zeitraum von mehreren Monaten geschehen. Die ersten Mitglieder würden ihre Arbeit zum 15. August beenden.

Als Interimsleiter der Gemeinde wurde Steve Gillen, Pastor der Willow-Regionalgemeinde in North Shore, vorgestellt. Er soll mit Hilfe externer Berater den Übergangsprozess koordinieren.

Am Sonntag hatte Leading Teaching Pastor Steve Carter seinen sofortigen Rücktritt erklärt.

Link: Stellungnahme von Heather Larson und Ältestenrat (Englisch)

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Nachdem ich jetzt alle Berichte und Kommentare zu den jüngsten Entwicklungen bei Willow Creek gelesen habe, stellte ich mir die Frage: „Wie gehe ich damit um?“
    Auf der einen Seite dieser für mich immer noch großartige Prediger und Gemeinde-Aufbau-Stratege Bill Hybels und sein erfolgreiches Konzept „Willow Creek.“ Dieser Mann hat mit seiner Art zu Predigen und zu Leiten, besonders in den vergangenen zwanzig Jahren seit dem WC Kongress 1998 in Oberhausen, mich neue Wege mit und zu Jesus-Christus finden und gehen lassen.
    Und auf der anderen Seite der Mensch aus Fleisch und Blut, der gleiche Bill Hybels, der für Millionen Christen eine Art Lichtgestalt ist, steht jetzt unter besonders schwerem Verdacht.
    In der Tat ist bis zum heutigen Zeitpunkt gar nichts bewiesen. Es sind bisher ledig-lich Verdächtigungen, Vermutungen oder vielleicht letztendlich auch nur ganz böse Unterstellungen, die freilich sehr viele Ursachen haben können.
    Eine große Chikagoer Tageszeitung hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass sich die ganze leidige Geschichte, die angeblich schon etwas zwanzig Jahre im Ver-borgenen liegt, zu einer internen Schlammschlacht zwischen dem Ältestenrat und engsten Mitarbeitern von Bill Hybels geführt. Vor Monaten schon hat der von einigen Frauen aus WIllow Creek beschuldigte Gemeindegründer Hybels seinen vor-zeitigen Rücktritt eingereicht, weil er die Gemeinde vor größerem Schaden bewahren wollte.
    Es gab dann ein ständiges Hin und Her zwischen allen Beteiligten, wo jede Seite, je nach Betrachtungsweise Recht haben oder Unrecht beweisen wollte. Diese negative Entwicklung hat innerhalb von WC für sehr viel Unruhe gesorgt und zum Teil zu re-gelrechten Grabenkämpfen geführt, sodass der am Donnerstag den 9.August 2018 begonnende Kongress mit über 500 teilnehmenden Gemeinden unter einem ganz schlechten Stern zu stehen droht. 150 Gemeinden haben ihre Teilnahme spontan zurück gezogen.
    Als Christen erleben und durchleben wir immer wieder große oder auch kleinere Her-ausforderungen. Was gerade da in und bei Willow Creek abgeht, gehört ganz unbestritten zu einer Mega-Herausforderung für uns alle!
    Egal was am Ende bei allen Untersuchungen, Aussagen und vielleicht auch Geständ-nissen herauskommen mag. Niemand aus den Reihen der Christen darf ein urteil fällen. Auch wenn sich herausstellen sollte, dass die Vorwürfe nicht zu Unrecht ge-macht wurden.
    „Wer ohne Schuld ist, der hebe den ersten Stein!“ oder:
    „Richtet nicht, auf das auch ihr nicht gerichtet werdet!“
    Christen leben in erster Linie von der Vergebung durch Gott, aber auch von der Ver-gebung untereinander!
    Wenn uns das bewußt wird und wenn wir das leben und umsetzen können, dann werden wir am ersten dem gerecht, was uns Jesus-Christus gelehrt hat.
    AMEN

    • Nein – keine Mega-Herausforderung, sondern eine ganz alltägliche !
      Eine Mega-Herausforderung ist es nur dann, wenn von Vollkommenheit der Prediger und Leiter und Verantwortlicher ausgegangen wird – ja dann gilt es mega-herausfordernd, sich selbst wieder in die altkirchliche Busshaltung zurückzufinden „Mea culpa, mea culpa, mea maxima cukpa“ – meine Schuld, meine Schuld, meine maximale (oder übergroße) Schuld.
      Es ist gut, das Gegenteil zu erleben.
      MenschMartin

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