Bröckelnde Mauern, leere Kassen: Trotz Eintrittsgeldern steckt ein Großteil der englischen Bischofskirchen in einer tiefen Finanzkrise. Es droht der bauliche Verfall.
Englands Kathedralen stehen trotz Eintrittsgeldern vor massiven finanziellen Problemen, berichtet DOMRADIO. Laut einer Studie sind 80 Prozent der Kathedralen in Finanznot. Die Eintrittsgebühren können die hohen Unterhaltskosten nicht decken, heißt es. Ein neu gegründetes Parlamentarier-Netzwerk fordert deshalb mehr staatliche Unterstützung und eine Debatte über den nationalen Wert der Kathedralen. Der Soziologe George Lapshynov warnt, dass ein Verfall der Kathedralen weit über die Kirche hinaus Schulen, lokale Wirtschaft, Kulturleben und Gemeinden treffen würde.
Studien zeigen zwar große Wertschätzung für die imposanten Kirchenbauten – 74 Prozent der Engländer besuchten inden letzten drei Jahren eine Kathedrale –, doch nur wenige wären bereit, selbst finanziell zu helfen. Lapshynov mahnt, dass Wertschätzung allein nicht reiche. Regierung, Kirche und Öffentlichkeit müssten gemeinsam handeln, um die Kathedralen als lebendige Orte statt als verfallende Denkmäler zu erhalten.
