In Handschriften aus einem polnischen Kloster haben Wissenschaftler zwei bislang unbekannte Predigten des Kirchenvaters Augustinus entdeckt – mit Einblicken in eine rätselhafte Bibelgeschichte.
Wie das Onlineportal ref.ch berichtet, entdeckte der Latinist Christian Tornau die beiden Predigten bei der Untersuchung einer Handschrift aus dem 12. Jahrhunder aus dem polnischen Kloster Pelplint. Das Manuskript umfasst insgesamt sechs Augustinus-Predigten, von denen zwei bislang unbekannt waren. Die Texte behandeln die alttestamentliche Geschichte der Hexe von Endor im ersten Buch Samuel. Darin sucht König Saul vor einer entscheidenden Schlacht eine Wahrsagerin auf, die den Geist des verstorbenen Propheten Samuel beschwören soll. Samuel kündigt daraufhin Sauls Tod in der bevorstehenden Auseinandersetzung an.
Nach Angaben der Universität Würzburg, auf die sich ref.ch beruft, sprechen Stil, Inhalt und Aufbau klar für eine Autorschaft des Kirchenvaters Augustinus von Hippo (354–430). Tornau sagt: „Auch Stil, Witz und Inhalt weisen deutlich darauf hin, dass die Predigten tatsächlich von Augustinus stammen.“ Die Zuschreibung wurde demnach von weiteren Fachleuten bestätigt. Eine wissenschaftliche Edition der Texte befindet sich in Vorbereitung.
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