Der CDU-Politiker Patrick Schnieder fordert seine Partei auf, ihre christlichen Grundlagen stärker in den Blick zu nehmen. Als neuer Vorsitzender des Kardinal-Höffner-Kreises will er katholische Positionen in der Union sichtbarer machen.
Der neue Vorsitzende des Kardinal-Höffner-Kreises, Patrick Schnieder, wünscht sich mehr christliches Profil in der CDU. Im Interview mit katholisch.de sagte der frühere Bundesverkehrsminister: „Ich finde, dass die katholische Stimme in unserer Fraktion nicht mehr so deutlich wahrnehmbar ist wie früher.“ Christen müssten ihre Überzeugungen wieder selbstbewusster in politische Debatten einbringen. Ziel des Höffner-Kreises sei es, „die politische Willensbildung“ mitzugestalten.
Angesichts einer zunehmend säkularen Gesellschaft hält Schnieder eine ausdrücklich katholische Perspektive weiterhin für wichtig. Katholiken könnten auch künftig Impulse geben und Debatten prägen. Dabei setzt Schnieder nicht auf religiöse Autorität, sondern auf Überzeugungskraft: Christen müssten sich stärker einbringen und „mit Sachargumenten überzeugen“. Orientierung biete dabei vor allem die christliche Soziallehre.
„In Verantwortung vor Gott und den Menschen“.
Auch die Debatte um das „C“ im Namen der CDU wies Schnieder in dem Interview zurück. Die Diskussion, ob die Partei darauf verzichten solle, sei „vollkommen aus der Welt gefallen“. Zwar räumte er ein, dass das Christliche im politischen Alltag manchmal in den Hintergrund trete. Dennoch gelte: „Das christliche Menschenbild ist und bleibt unsere Grundlage.“ Als Orientierung verwies er auf die Präambel des Grundgesetzes mit der Formulierung „In Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Zugleich forderte er von den Kirchen, sich weiterhin klar in gesellschaftliche Debatten einzubringen und Orientierung zu geben.
Schnieder gehört seit 2009 dem Bundestag an und war von Mai 2025 bis Juli 2026 Bundesverkehrsminister. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett übernahm er im September den Vorsitz des Kardinal-Höffner-Kreises, eines Zusammenschlusses katholischer CDU/CSU-Abgeordneter. Mit Blick auf seine Entlassung zeigte er sich gelassen. Familie und Glaube hätten ihm geholfen, die Situation zu verarbeiten. „Dann weiß man, dass es noch andere Dinge zwischen Himmel und Erde gibt“, sagte er.
Der Kardinal-Höffner-Kreis wurde 1992 gegründet und versteht sich als Netzwerk engagierter Christen an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dem Kreis gehören vor allem katholische Politiker der CDU/CSU, Unternehmer und Publizisten an; er orientiert sich an der katholischen Soziallehre und ist nach dem früheren Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Höffner benannt.
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