Die Überarbeitung der «Einheitsübersetzung» des Neuen Testamentes geht in der katholischen Kirche in die Endphase. Die katholischen deutschen Bischöfe wollen die Revision, die vor sieben Jahren beschlossen wurde, noch in diesem Jahr verabschieden, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in Regensburg.
In den kommenden Wochen könnten noch Änderungen zur Übersetzung und den redaktionellen Texten eingebracht werden. Danach werde der Text im Laufe des Jahres 2012 zur Verabschiedung vorgelegt, sagte Erzbischof Zollitsch. Nach Abschluss der Revision wird die «Einheitsübersetzung» nur noch von katholischer Seite verantwortet, es steht dann keine evangelisch-katholische Bibelübersetzung mehr zur Verfügung. Bislang waren die Psalmen und das Neue Testament ökumenische Texte. Zollitsch kündigte an, dass er den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, über den Stand der Verfahrens unterrichten werde.
Die EKD hatte 2005 entschieden, sich aus dem zunächst ökumenisch angelegten Projekt der Überarbeitung der «Einheitsübersetzung» zurückzuziehen. Als entschiedenes Hindernis nannte die EKD die vom Vatikan herausgegebene Instruktion über den «Gebrauch der Volkssprachen bei der Herausgabe der römischen Liturgie». Dieses vatikanische Dokument enthalte Kriterien, die von evangelischer Seite nicht mitgetragen werden könnten, argumentierte der damalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber.
Die Vatikan-Instruktion zur Liturgie betont, dass bei einer Übersetzung auch die katholische Glaubenslehre berücksichtigt werden muss. Im Protestantismus dagegen gilt allein die Heilige Schrift als Grundlage des Glaubens. Von evangelischer Seite wurde zudem kritisiert, dass protestantische Vertreter in strittigen Übersetzungsfragen hätten überstimmt werden können. Der EKD-Rückzug hatte zu Verstimmung in dem evangelisch-katholischen Verhältnis geführt.
Im Juli 2010 hatte der Rat der EKD eine Durchsicht der Lutherbibel beschlossen. Noch vor dem Reformationsjubiläum 2017 soll die überarbeitete Bibelübersetzung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
(Quelle: epd)
