Die EU-Kommission muss nach einem peinlichen Missgeschick mit einem Schülerkalender ohne christliche Feiertage keine offizielle Rüge des EU-Ombudsmanns befürchten.
Der Bürgerbeauftragte Nikiforos Diamandouros schloss am Montag die Akte, nachdem die Brüsseler Behörde sich entschuldigt und eine Berichtigung an alle Lehrer versandt hatte. Der EU-Kalender für das Schuljahr 2010/11 enthält die Feiertage mehrerer wichtiger Religionen, nicht aber christliche Feste wie Weihnachten und Ostern.
Dieser Lapsus war einem irischen Priester aufgefallen, der sich im Januar empört an den Ombudsmann gewandt hatte. Es handele sich um eine «bedauerliche Auslassung», so die EU-Kommission. Man habe die Bekanntheit der christlichen Feiertage für selbstverständlich gehalten und keinesfalls das Christentum diskriminieren wollen. Die Kommission schickte an alle Lehrer ein Korrekturschreiben und zusätzliche Blätter mit den wichtigen Feiertagen der einzelnen europäischen Länder.
In Deutschland waren rund 500.000 Exemplare des Schülerkalenders verteilt worden. Die nächste Ausgabe werde von vornherein alle Feiertage berücksichtigen, versicherte die EU-Kommission.
(Quelle: epd)
