Tag 261

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Matthäus 6

„Wenn ihr fastet, so tut es nicht öffentlich wie die Heuchler, die blass und nachlässig gekleidet herumgehen, damit die Leute sie für ihr Fasten bewundern. Ich versichere euch: Das ist der einzige Lohn, den sie jemals dafür erhalten werden. Wenn du fastest, dann kämme deine Haare und wasche dir das Gesicht. Dann wird niemand auf den Gedanken kommen, dass du fastest, außer deinem Vater, der weiß, was du in aller Stille tust. Und dein Vater, der alle Geheimnisse kennt, wird dich dafür belohnen.“

Mit dem Fasten ist es so eine Sache. Es ist wieder in Mode gekommen, seitdem man sich daran erinnert, dass es guttun kann, ein Zeit lang auf gewisse Dinge ganz bewusst zu verzichten. Heutzutage isst man vielleicht sieben Wochen keine Süßigkeiten oder sieht nicht fern. Andere verzichten im ursprünglichen Sinn einige Tage auf Essen, um sich ganz auf Gott zu konzentrieren. (Wer dies tun will, sollte vorher die möglichen körperlichen Folgen einkalkulieren!) Fasten schreibt die Bibel uns nicht vor, wird aber hin und wieder von gläubigen Menschen praktiziert. Aber mit dem Fasten ist es wie mit dem Beten: Es ist kein Fall für die Öffentlichkeit. Im Gegenteil: Eher soll man alles daran setzen, dass keiner mitbekommt, dass man fastet, und in dieser Zeit besonders auf sein Outfit achten.

Dass wir für unsere Geistlichkeit bewundert werden wollen, steckt uns tief im Blut, ist aber Schuld vor Gott. Die Bibel sagt nicht nur, dass wir mehr sein als scheinen sollen, sondern dass wir überhaupt nicht „fromm scheinen“ sollen. In diesem Bereich treiben wir als Christen aber gerne unsere Selbstüberlistung auf die Spitze.