Tag 283

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Matthäus 14

Gegen drei Uhr morgens kam Jesus über das Wasser zu ihnen. Als ihn die Jünger sahen, schrien sie entsetzt auf, denn sie hielten ihn für einen Geist. Doch Jesus sprach sie sogleich an: „Es ist gut“, sagte er. „Ich bin es! Habt keine Angst.“ Da rief Petrus ihm zu: „Herr, wenn du es wirklich bist, befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.“ „Dann komm“, sagte Jesus. Und Petrus stieg aus dem Boot und ging über das Wasser, Jesus entgegen. Als er sich aber umsah und die hohen Wellen erblickte, bekam er Angst und begann zu versinken. „Herr, rette mich!“, schrie er. Sofort streckte Jesus ihm die Hand hin und hielt ihn fest. „Du hast nicht viel Glauben“, sagte Jesus. „Warum hast du gezweifelt?“ Als sie schließlich zurück ins Boot stiegen, legte sich der Wind. Da beteten ihn die Jünger an. „Du bist wirklich der Sohn Gottes!“, riefen sie.

Nach diesem anstrengenden Tag war in der Tat Ruhe angesagt. Jesus zieht sich zum Gebet zurück, und die Jünger machen die Überfahrt mit dem Boot. Wieder geraten sie in einen Sturm. Das plötzliche Auftauchen Jesu auf dem Wasser verleitet Petrus zu mutigen, ja übermütigen Schritten. Und tatsächlich ist es auch ihm möglich, auf dem Wasser zu gehen, solange er nicht auf die Wellen, sondern auf Jesus sieht . . .

Die Geschichte beschreibt zwei Arten des Glaubens. Die eine ist die Erfahrung, die wir – Gott sei Dank – auch immer wieder machen können: Wir schaffen im Glauben, im Vertrauen auf Jesus Dinge, die eigentlich nicht möglich sind. Aber wir werden auch immer wieder von den Stürmen und Wogen des Lebens durcheinandergebracht. Die zweite Art ist es, den Herrn zu rufen, bevor man ganz versinkt. Auch das ist Glaube. Zwischen diesen beiden Erfahrungen pendelt unser Leben hin und her – und mittendrin lernen wir immer mehr, auf Jesus und nicht auf die Wellen zu sehen.