Tag 282

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Matthäus 14

Am Abend kamen die Jünger zu ihm und sagten: „Es ist einsam hier und schon spät. Schick die Leute weg, dann können sie in die Dörfer gehen, um sich etwas zu essen zu kaufen.“ Doch Jesus antwortete: „Das ist nicht nötig – gebt ihr ihnen zu essen.“ „Unmöglich!“, riefen sie aus. „Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische!“ „Bringt sie her!“, befahl er. Dann wies er die Leute an, sich ins Gras zu setzen. Und er nahm die fünf Brote und zwei Fische, blickte hinauf zum Himmel und bat Gott um seinen Segen für das Essen. Dann brach er das Brot in Stücke und gab jedem der Jünger davon, und diese verteilten es an die Menschen. Alle aßen, so viel sie wollten, und anschließend sammelten sie noch zwölf Körbe mit Resten ein. Etwa fünftausend Menschen hatten zu essen bekommen, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet!

Wieder sehen wir Jesus als den, der von einer fanatischen Menge nicht in Ruhe gelassen wird. Da will er in Klausur gehen, und eine ganze Menschenmenge macht sich auf die Strümpfe, um ihn dort zu behelligen. So ist es dann wie beim Märchen von Hase und Igel: Jesus sucht die Einsamkeit und die Menschenmenge ist schon da. Manchen Seelsorgern geht es so, dass sie Tag und Nacht von Hilfesuchenden belagert werden, und nicht wenige fassen es als ihren Auftrag auf, den Menschen dann auch direkt zu begegnen. Bewundernswert!

Auch Jesus macht hier nicht gleich wieder kehrt, sondern wendet sich den Menschen zu und heilt viele. Und er setzt noch einen drauf. Die Jünger wollen offenbar Feierabend machen und sich die Leute vom Hals schaffen. Schließlich ist es schon spät – und Verpflegung kann man sich ja kaufen. Kann man – aber Jesus hat an diesem Abend noch mehr vor. Die verdatterten Jünger fordert er auf, selbst für das Abendbrot zu sorgen, dabei haben sie gar nichts dabei außer einer Mahlzeit für zweieinhalb Personen.

Die Jünger machen aber nun eine Erfahrung, die auch wir machen können: Wenn man das Wenige zur Verfügung stellt, das man hat, verwandelt Jesus es in Segen für viele. Man wird selbst so viel Gewinn davon haben, dass man es kaum fassen kann.