Epheser 6
Ihr Sklaven sollt euren irdischen Herren gehorchen. Achtet und ehrt sie und dient ihnen mit aufrichtigen Herzen, wie ihr Christus dient. Arbeitet hart, aber nicht nur, um euren Herren zu gefallen, wenn sie euch dabei sehen. Versteht euch vielmehr als Sklaven, die Christus gehören und die von Herzen den Willen Gottes erfüllen. Arbeitet so bereitwillig, als würdet ihr Gott dienen und nicht Menschen. Denkt daran, dass der Herr jeden von uns für das Gute belohnen wird, das wir tun, ob wir nun Sklaven sind oder frei. Und genauso sollt auch ihr Herren eure Sklaven behandeln. Droht ihnen nicht, sondern denkt immer daran, dass ihr beide denselben Herrn im Himmel habt, der keinen Menschen bevorzugt.
Christen haben dafür gesorgt, dass die Sklaverei abgeschafft wurde, aber erst viele Jahrhunderte später. Zur Zeit des Paulus war dies außer Diskussion. Er hat weder Sklaven zum Aufstand aufgerufen noch den Herren grundsätzliche Verordnungen verabreicht, ihre Sklaven freizulassen. Aber hier gilt für die SklavenunddieHerrendasgleichePrinzipwieinEheund Familie: Gegenseitige Ehre und Respekt sind die Grundpfeiler einer funktionierenden Beziehung.
Sklaven werden angewiesen, nicht nur für die Galerie, sondern aufrichtig für ihren Herrn und Arbeitgeber zu arbeiten und ein positives Verhältnis zu ihm aufzubauen. Dazu sagt er ihnen: „Stellt euch vor, ihr wärt Sklaven des Herrn Jesus“ (sie sind es ja auch, aber das vergisst man im Alltag schon mal). Auch die Sklavenbesitzer werden auf den gemeinsamen Herrn verwiesen als denjenigen, dem Rechenschaft abzulegen ist.
So gelebt ist dem Sklave-Herr-Verhältnis die gefährliche Konfliktspitze gebrochen, und es kann in demokratischen Zeiten durchaus auch als ein Modell für Arbeitnehmer und Arbeitgeber interpretiert werden.
