Epheser 6
Ihr Kinder sollt euren Eltern gehorchen, weil ihr dem Herrn gehört, denn so handelt ihr richtig. „Ihr sollt Vater und Mutter ehren.“ Das ist das erste der Gebote, an das eine Zusage Gottes geknüpft ist: Wenn du deinen Vater und deine Mutter ehrst, „wird es dir gut gehen und du wirst ein langes Leben haben.“ Und ihr Väter, seid nicht ungerecht gegen eure Kinder. Erzieht sie vielmehr mit Disziplin und zeigt ihnen den richtigen Weg, so wie es Christus entspricht.
Auch das Verhältnis Eltern/Kinder ist von der Liebe Christi geprägt. Die Eltern sind die von Gott für die Kinder eingesetzten Bevollmächtigten. Es ist im Text keine Grenze erwähnt, bis zu welchem Alter das gelten sollte. Aber das kann auch von Fall zu Fall unterschiedlich sein und muss nicht immer die gesetzliche Regelung für die Volljährigkeit zur Grundlage haben.
Kinder, die wie an der Schnur gezogen gehorsam leben, gibt es auch in christlichen Familien selten. Im Alltag versuchen Kinder ja immer wieder, den Gehorsam den Eltern gegenüber zu unterwandern. Deshalb muss sich das christliche Erziehungsbild aber nicht vor dem (gesellschaftlich) Gegebenen beugen. Christliche Eltern müssen nicht jeden Quatsch erlauben, der im Umfeld des Kindes gerade angesagt ist, aber mancher „Quatsch“ muss vielleicht auch nicht verboten werden, sofern die Folgen überschaubar sind.
Denn auch die Eltern (besonders die Väter!) sind angehalten, mit den Kindern gerecht umzugehen. Ein Schubladendenken mit einem klaren und ewig geltenden Verhaltenskodex würde die Kommunikation innerhalb der Familie zwar vereinfachen, wird aber dem Leben wie den Kindern nur selten gerecht. Prinzipienreiterei der Eltern ist jedenfalls ebenso wenig in Gottes Sinn wie pflaumenweiche Unverbindlichkeiten. Die Kinder sollen schon Disziplin lernen, sagt Paulus, aber ohne ungerechte Schikanen.
