Amazonas-Papier: Papst weicht Zölibat-Frage aus

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Papst Franziskus (Von Casa Rosada - Argentina Presidency of the Nation, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41540543)
Der Papst hat eindringlich die ökologische Krise in der Amazonas-Region und deren globale Auswirkungen beklagt. Vorschläge gegen den Priestermangel fehlen jedoch. Das sorgte für Irritationen.
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Papst Franziskus hat Hoffnungen auf weitgehende Reformen in der katholischen Kirche enttäuscht. In seinem am Mittwoch in Rom vorgelegten Schreiben zur Amazonas-Synode vom Oktober 2019 stellt er die Umweltkatastrophe und Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern in der Region in den Mittelpunkt. Auf Forderungen nach der Weihe verheirateter Männer zu katholischen Priestern geht er nicht ein.

Weiheämter für Frauen als Mittel gegen den Priestermangel lehnt der Papst in seinem Text mit dem Titel „Das geliebte Amazonien“ („Querida Amazonia“) sogar grundsätzlich ab. Seine Äußerungen zu den sozialen und ökologischen Fragen in der Region wurden begrüßt. Kritiker vermissen dagegen den Mut zu echten Reformen in der katholischen Kirche.

Auf Zölibat reduziert

Der scheidende Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, äußerte sich verständnisvoll zu dem mit Spannung erwarteten Schreiben. Er habe nicht erwartet, dass der Papst in seinem Brief grundsätzliche Fragen der Weltkirche klären werde, sagte Marx in Bonn.

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Er habe den Eindruck, den Papst habe es geärgert, dass die Amazonas-Synode, in der es vor allem um die Rechte indigener Völker und den Umweltschutz ging, im Westen auf das Thema Zölibat reduziert worden sei, sagte Marx, der auch Erzbischof von München ist. Dennoch nehme der Papst das Thema Zölibat und auch die Frage nach der Zulassung von Frauen zum Diakonat nicht vom Tisch, erklärte der Kardinal. „Er macht hier keine Türen zu.“

Kein Schritt nach vorne

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, vermisst in dem Papst-Papier den Mut zu echten Reformen. „Wir bedauern sehr, dass Papst Franziskus hier in seinem Schreiben keinen Schritt nach vorne wagt“, erklärte er.

Die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ begrüßte den Appell des Papstes an die Weltgemeinschaft, angesichts der Situation im Amazonas-Gebiet endlich wirksam Verantwortung zu übernehmen. Mit Blick auf den in Deutschland gerade begonnenen Synodalen Weg sei es jedoch „sehr enttäuschend“, dass Franziskus in seinem Text keinerlei Öffnung für verheiratete Priester und keine Weihe von Frauen in Aussicht stellt.

Folgen für Synodalen Weg

Der katholische Kirchenrechtler Thomas Schüller bewertet das Papst-Schreiben zur Amazonas-Synode in Hinblick auf Reformen als „außerordentlich enttäuschend“. Damit setze Papst Franziskus kein Reformvorhaben um, „sondern bleibt beim Status Quo“, sagte Schüller dem Onlineportal „Kirche+Leben“. Zu den Themenbereichen priesterliche Existenz, Macht und Frauen wiederhole das Schreiben überkommene Antworten, sagte Schüller, der an der Universität Münster lehrt. Das werfe auch den deutschen Synodalen Weg weit zurück.

Viele Katholiken hatten gehofft, dass der Papst in seinem Schreiben die Weihe von verheirateten Männern als Maßnahme gegen den starken Priestermangel in abgelegenen Gemeinden in Amazonien zulässt. Das hatten die Teilnehmer der Amazonas-Synode im vergangenen Oktober mehrheitlich gefordert. Zugleich hatten sie für die Wiederaufnahme der Beratungen über das Diakonat der Frau gestimmt.

Ökologische Katastrophe

Eine Aufhebung der Verpflichtung zur Ehelosigkeit von Priestern in Amazonien hätte auch Auswirkungen auf Westeuropa, wo ebenfalls ein Mangel an Priestern herrscht. Gegner der Weihe lehnen eine Ausnahme-Regelung ab, weil sie befürchten, dass dies der erste Schritt vom Ende des Zölibats sein könne.

Im Schreiben des Papstes zur Amazonassynode standen ökologische und soziale Fragen im Mittelpunkt. So beklagte Franziskus eine „ökologische Katastrophe“ in der Region mit weltweiten Auswirkungen. Er verurteilte er zugleich die systematische Unterdrückung von indigenen Völkern und die Zerstörung ihres Lebensraums mit verbrecherischen Methoden. Internationalen Konzernen warf der Papst „Ungerechtigkeit und Verbrechen“ bei der Zerstörung der Umwelt und Vertreibung des Ureinwohner vor. Auch Mitglieder der Kirche seien in der Vergangenheit „Teil des Korruptionsnetzes“ gewesen, räumt der Papst ein.

6 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Warum wird nur ein einseitiges Meinungsbild dargestellt?
    Es gibt sehr viele Katholiken für froh sind über die Worte von Papst und es gibt sogar evangelische Stimmen die deutlich davor warnen den Zölibat aufzugeben und Frauen zu Weihen. Denn an der eigentlichen Krise der Kirche wird das nichts ändern! Man sieht es an der evangelischen Kirche in der die Glaubenskrise viel deutlicher zutage tritt.

    • >>Warum wird nur ein einseitiges Meinungsbild dargestellt?<>Es gibt sehr viele Katholiken für froh sind über die Worte von Papst und es gibt sogar evangelische Stimmen die deutlich davor warnen den Zölibat aufzugeben <<

      Vermutlich weil es mehr Katholiken gibt, die den Zölibat bedauern.
      Und wenn der einzige Unterschied zwischen beiden Kirchen nur der Zölibat wäre, schlage ich folgendes Experiment vor:
      Die evangelische führt den Zölibat ein, die katholische schafft ihn ab. Schauen wir das Ergebnis innerhalb eines Jahres!

  2. Für mich dreht sich Mitte der Katholischen Kirche sich vieles im Kreis – wo nur leider mir sehr oft nicht Jesus Christus als Mitte erscheint – eben was er sagt dazu in der Heiligen Schrift . Gott selbst sagt man solle das Heiraten nicht verbieten . Glaube es gilt immer Gottes Wort über Menschen Wort zu stellen . Für jedes Amt und jeden
    Menschen . Mein Herr und Retter ist Jesus Christus – Ihn zu kennen ist
    Pure Reine Gnade – Liebe Segensgrüße Georg Bandorf

    • Lieber Georg Bandorf, ich hatte gleiches aber ungleich länger sowie ausführlicher geschrieben und begründet, aber dann ging es beim Versenden ins Nirwana. Wir müssen unser Christsein wieder mehr geistlich verstehen. Sagt doch die Katholische Kirche auch „Geheimnis des Glaubens“. Dogmatismus hindert ein wirkliches Praktizieren von Ökumene, der Priesterschaft von Frauen oder das gemeinsame Abendmahl. Jesus war kein Theologe, aber ein Praktiker der Liebe Gottes. Er würde weniger konfessionelle Korrektheit, aber mehr Gottes- und Nächstenliebe fordern, käme er morgen zurück. Allerdings hat nicht nur die Katholische Kirche Ecken und Kanten mit Verletzungsgefahr. Unsere evangelischen Kanten sind etwas abgeflachter, aber es gibt sie. Ich kann mich auch nicht erinnern, daß Jesus oder die Urgemeinde das Zölibat eingeführt hat.

  3. Ja: das (oder meinetwegen auch „der“ — wiewohl doch alle Hauptwörter mit der Endung — at im Deutschen sächlichen Geschlechts sind) Zölibat hat auch durchaus *Vorteile!*
    Diese in einer ;-} Belehrung aus dem Jenseits in der ;-} Heiligen Stadt dargestellt bei dem URL:
    .
    https://www.wiwi.uni-siegen.de/merk/stilling/downloads/nachtod_theo_jst/zoelibat_nutzen.pdf
    .
    Das darf man sich auch kostenlos, anonym und sicher downloaden und ist auch als Buch zu kaufen.

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