Tag 231

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Lukas 1

Als Zacharias im Heiligtum war, erschien ihm ein Engel des Herrn. Dieser stand rechts neben dem Altar für das Rauchopfer. Zacharias erschrak bis ins Herz, doch der Engel sagte: „Hab keine Angst, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken, und du sollst ihn Johannes nennen. Du wirst überglücklich sein bei seiner Geburt, und viele Menschen werden sich mit dir freuen, denn er wird in den Augen des Herrn groß sein. Er wird keinen Wein oder andere berauschenden Getränke anrühren und schon vor seiner Geburt mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Und er wird viele Israeliten dazu bringen, sich wieder dem Herrn, ihrem Gott, zuzuwenden. Er wird ein Mann mit dem Geist und der inneren Kraft des Propheten Elia sein, der dem Herrn vorausgeht und das Volk auf seine Ankunft vorbereitet. Er wird die Herzen der Väter ihren Kindern zuwenden und die Ungehorsamen dazu bewegen, sich der göttlichen Weisheit zu öffnen.“ Zacharias fragte den Engel: „Wie kann ich sicher sein, dass das wirklich geschehen wird? Ich bin jetzt ein alter Mann, und auch meine Frau ist schon in fortgeschrittenem Alter.“ Da sagte der Engel: „Ich bin Gabriel. Ich habe meinen Platz in der Gegenwart Gottes. Er hat mich mit dieser frohen Botschaft zu dir gesandt! Weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, wirst du nicht mehr sprechen können, bis das Kind geboren ist. Denn meine Worte werden sich erfüllen, wenn die Zeit gekommen ist.“

Was wir im Alten Testament schon mehrfach beobachtet haben, finden wir hier wieder: Durch ein Wunder wird eine Frau, Elisabeth, von der „Schande der Kinderlosigkeit befreit“. Dieses Denken ist vom heute gesellschaftlich Üblichen meilenweit entfernt. Kinder zu haben ist bei uns nur eine Möglichkeit, kein Muss. Das ist auf der einen Seite gut, denn dadurch entstehen solche Drucksituationen gar nicht. Dass aber zuweilen derjenige gesellschaftlich geächtet wird, der sehr viele Kinder hat, und Kinder als unerwünscht abgelehnt oder gar abgetrieben werden, ist die traurige Kehrseite dieser Entwicklung.

Damals gab es natürlich auch keine Möglichkeit, in Erfahrung zu bringen, an welchem Ehepartner es gegebenenfalls lag, dass man keine Kinder bekommen konnte. So blieb die Schande vor allem bei der Frau hängen.

Das Kind, das zur Welt kommen wird, wird geisterfüllt sein und dem Herrn vorausgehen. Das ist seine wesentliche Aufgabe. Johannes (der später den Beinamen „der Täufer“ bekommen wird) wird in seinem Auftreten an Elia erinnern und so die Brücke zu den Verheißungen des Alten Bundes schlagen, die ja immerhin 500 Jahre und mehr zurückliegen. Er knüpft an Altes an und ist Vorbote des Neuen. Schon wörtlich kündigt sich das durch den Engel an; er greift in seiner Rede den letzten Satz des Alten Testaments auf (Maleachi 3,24).