Tag 249

0

Markus 1

Ein Aussätziger kam zu Jesus, kniete vor ihm nieder und bat ihn, ihn zu heilen. „Wenn du willst, kannst du mich gesund machen“, sagte er. Jesus hatte Mitleid mit ihm und berührte ihn. „Ich will es tun“, sagte er. „Sei gesund!“ Im selben Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war geheilt. Daraufhin schickte Jesus ihn sofort weg und befahl ihm: „Geh zum Priester und lass dich von ihm untersuchen. Sprich unterwegs mit niemandem. Nimm das Opfer mit, das Mose für die Heilung von Aussatz vorgeschrieben hat. Das soll für alle ein Beweis deiner Heilung sein.“ Doch als der Mann wegging, fing er sofort an, überall zu erzählen, was ihm widerfahren war, sodass Jesus sich bald in keiner Stadt mehr öffentlich zeigen konnte und sich nur noch an abgeschiedenen Orten aufhielt. Aber auch dort strömten die Menschen von überall her zu ihm.

Noch eine Außenseitergruppe, die in der Gesellschaft mit spitzen Fingern (oder besser gar nicht) angefasst wurde: die Aussätzigen. Auch um sie kümmerte sich niemand. Dieser Aussätzige zeigt wieder das unbedingte Vertrauen – und Jesus seine große Barmherzigkeit. Nach der Heilung soll sich der Aussätzige dem damaligen Gesundheitsamt (dem Priester) zeigen, im Übrigen aber kein Wort darüber verlieren, dass Jesus hier am Werk gewesen ist.

Doch wir Menschen sind nun einmal Schwatzbacken. Und warum sollte man die gute Tat verschweigen? Ja, warum eigentlich? Jesus scheint hier von seiner eigenen Popularität erdrückt zu werden. Offenbar gibt es keinen Winkel, an dem er ein nichtöffentliches Leben führen könnte. Das ist wie mit den Stars von heute: Irgendwann hält man das nicht mehr aus.

Und wir als Jesus-Nachfolger? Es ist sicher wichtig, Grenzen zu ziehen, allerdings muss man darauf gefasst sein, dass es trotz aller Versuche immer wieder Menschen gibt, die diese Grenzen nicht akzeptieren. Es ist eine große Herausforderung, auch diesen in Liebe zu begegnen.