Tag 348

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1. Korinther 13

Wenn ich in den Sprachen der Welt oder mit Engelszungen reden könnte, aber keine Liebe hätte, wäre mein Reden nur sinnloser Lärm wie ein dröhnender Gong oder eine klingende Schelle. Wenn ich die Gabe der Prophetie hätte und wüsste alle Geheimnisse und hätte jede Erkenntnis und wenn ich einen Glauben hätte, der Berge versetzen könnte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts. Wenn ich alles, was ich besitze, den Armen geben und sogar meinen Körper opfern würde, damit ich geehrt würde, aber keine Liebe hätte, wäre alles wertlos. Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz oder anstößig. Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach. Sie freut sich niemals über Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich immer an der Wahrheit. Die Liebe erträgt alles, verliert nie den Glauben, bewahrt stets die Hoffnung und bleibt bestehen, was auch geschieht. … Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei bleiben. Aber am größten ist die Liebe.

Wir wissen, dass es bei den Korinthern nur allzu heftig menschelte. Insbesondere, dass sie sich über alle Maßen mit ihrer Geistlichkeit brüsteten. Sie hielten sich auch für wer weiß wie begabt – und Paulus hat das kräftig zurechtgerückt, indem er auf den Geber aller Gaben verwies. Nun sagt Paulus aber hier noch viel mehr: Gaben sind zwar gut, doch letzten Endes kommt es darauf gar nicht an.

Das berühmte „Hohelied der Liebe“, wie dieser Text auch genannt wird, ist im Grunde eine Zurechtweisung der Christen in Korinth. Paulus sagt sinngemäß: Selbst wenn ihr superbegabt wärt, so dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, kann man sich das an den Hut stecken, wenn man nicht gleichzeitig alles in Liebe tut. Ohne Liebe ist alles nur unangenehmes Geräusch und damit wertlos.

Alles, was in diesem Text sonst über die Liebe gesagt wird, ist kein hehres Ideal, vor dem wir uns verneigen sollen, auch nicht eine sentimental-emotionale Dichtung für Hochzeitsfeiern, sondern das Leitmodell für unser Leben. Geduld und Freundlichkeit sind Zeichen der Liebe. Wer liebt, ist nicht egoistisch oder arrogant, freut sich nicht über das Böse. Liebe, so hat es ja auch Jesus geboten, soll die große Begleitmusik in unserem Leben sein.

Das gelingt nicht immer, das weiß auch Paulus. Die Korinther lagen ziemlich daneben. Ihre geistliche Überheblichkeit hat dazu geführt, dass sie sich doch sehr von diesem Ziel entfernt haben. Aber dies geschieht uns auch allzu oft. Von daher ist es wichtig, sich immer wieder dieses Leitbild vor Augen zu halten.