Der Designer Peter Ronsdorf legt sowohl bei seinem Label als auch privat Wert auf Fairness und Umweltfreundlichkeit. Mit seinem Unternehmen möchte er Gott dienen und ehren. Teil zwei des Interviews.

Die Fragen stellte Diana Ezerex

Welche Rolle spielt Umweltfreundlichkeit bei Deinen Produktionen?
Tatsächlich ist mir die Natur nicht ganz so wichtig wie der Mensch. Und mein qualitativer Anspruch ist auch sehr hoch. Eine Priorität hat für mich, wie sich das T-Shirt anfühlt, wenn es mehrmals gewaschen wurde. Umweltfreundliche Produkte sind oft auf natürlicher Basis, daher ist der Stoff nicht ganz so belastbar, wie ich das brauche. Praktisch ist, dass die Produktion in Kempten ist, wo ich gerade wohne. Dadurch ist das Ganze sehr transparent. Durch kurze Transportwege kann ich einen Teil zum Umweltschutz beitragen.

Wie ist das Feedback Deiner Kunden seit Du vermehrt Wert auf Fairness legst?
Die Produkte sind natürlich etwas teurer geworden. Negative Rückmeldungen habe ich bisher aber noch nicht bekommen.

„jeder muss bereit sein, seinen alltäglichen Luxus einzuschränken“

Glaubst Du, dass Fairtrade und Umweltfreundlichkeit bei Kleidung neue Themen sind?
Nein, ich denke nicht. Es zieht sich vielmehr schon länger wie ein dünner roter Faden durch Produktionen und das Bewusstsein der Gesellschaft. Es wissen aber noch immer viel zu wenige Menschen darüber Bescheid, was das ist und was es bedeutet. Um wirklich etwas zu verändern, braucht es Menschen, die bereit sind, ihren alltäglichen Luxus einzuschränken, und das ist leider in der Gesellschaft noch nicht weit genug verbreitet.

Gods Plan auf Bubblegum Hoodie
Der Designer bedient sich Songtexten zum Ausdruck seines Glaubens. Bild: Peter Ronsdorf

 

Wie lebst Du Fairtrade persönlich?
Es fällt mir manchmal schwer, mich einzuschränken, bewusster einzukaufen und zu konsumieren. Früher bin ich einfach in einen H&M gegangen und habe mehrmals im Monat ein paar T-Shirts für fünf oder sechs Euro gekauft. Mittlerweile habe ich meinen Verbrauch deutlich heruntergefahren, trage Sachen länger, möchte bewusster konsumieren und weniger aus Lust und Laune Dinge einkaufen. Auch, was Lebensmittel angeht, gehe ich immer öfter in die Bioabteilung oder den Biosupermarkt, anstatt zum herkömmlichen Produkt zu greifen. Trotzdem gibt es noch viele Bereiche in meinem Leben, bei denen ich noch nicht konsequent genug bin. Ich glaube aber, dass es schon wertvoll ist, wenn man die ersten Schritte in die richtige Richtung geht.

„Ich bin besser dran, wenn Gott am Steuer sitzt und ich schaue, wo er mit dem Projekt hin möchte.“

Was möchtest Du mit Bubblegum Studios erreichen?
Zu Beginn war ich noch sehr offen, ich habe ins Blaue hinein angefangen und hatte kein konkretes Ziel. Mittlerweile habe ich doch einen gewissen Anspruch entwickelt und möchte davon leben können. Mir ist dabei sehr bewusst, dass dieses Projekt nicht von mir kommt, sondern vollkommen Gottes Projekt ist. Gott hat es in der Hand, deswegen möchte ich das, was ich tue, für ihn tun. Ich glaube, dass Er mit dem Label ein Ziel hat. Ich wünsche mir, dass es so groß wird wie möglich, damit Menschen das, was sie glauben, auf ihren Klamotten tragen können.
Es gab auch Zeiten, in denen ich mich selber ins Rampenlicht stellen wollte. Gott hat mir dann ganz schnell gezeigt, dass das alles von ihm kommt und er derjenige ist, der mir die Kreativität geschenkt hat. Ich bin daher deutlich besser dran, wenn Gott am Steuer sitzt und ich schaue und frage, wo Gott hin möchte. Vielleicht kann ich eines Tages sogar Arbeitsplätze schaffen.

Teil 1 des Interviews finden Sie hier.

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