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Was Gott tut, das ist wohlgetan

Das Gedicht „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ schrieb Samuel Rodigast als Trost für seinen kranken Freund – der es später vertonte.

1) Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille;
wie er fängt seine Sachen an, will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten;
drum lass ich ihn nur walten.

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2) Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen;
er führet mich auf rechter Bahn; so lass ich mir genügen
an seiner Huld und hab Geduld, er wird mein Unglück wenden,
es steht in seinen Händen.

4) Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben,
der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben
in Freud und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet,
wie treulich er es meinet.

5) Was Gott tut, das ist wohlgetan; muss ich den Kelch gleich schmecken,
der bitter ist nach meinem Wahn, lass ich mich doch nicht schrecken,
weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen;
da weichen alle Schmerzen.

6) Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich verbleiben.
Es mag mich auf die raue Bahn Not, Tod und Elend treiben,
so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten;
drum lass ich ihn nur walten.

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Samuel Rodigast



Gottes Handeln

Wie handelt Gott und wie ist sein Handeln zu beurteilen? Michael Altenburg, ein Theologe und Komponist im 17. Jahrhundert, beschreibt es so in einem Gedicht: „Was Gott tut, das ist wohlgetan, kein einzig Mensch ihn tadeln kann, ihn soll man allzeit ehren. Wir machen mit der Ungeduld nur immer größer unser Schuld, dass sich die Strafen mehren.“

Jahrzehnte später liest Samuel Rodigast diese Zeilen und denkt: „Ja, das ist theologisch schon richtig so, aber doch nicht wirklich trostvoll. So, wie Gott hier gezeigt wird, flößt er eher Angst ein und macht Druck. Aber die allererste Zeile – die hat was! Die hat genau das, was ich suche!“

Samuel Rodigast studierte und lehrte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Jena studiert und hatte später noch eine renommierte Stelle in Berlin inne. Der Magister hatte einen Freund, Severus Gastorius, der schwer krank darnieder lag – so will es die schöne, wenn auch in der Forschung umstrittene Geschichte. Für ihn, der übrigens Kantor ist, schrieb Rodigast einen Trosttext; den der kranke Gastorius dann vertont. Es wird wenige Jahre später auch das Lied bei seiner Beerdigung sein; da tröstet es dann die Trauergemeinde.

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Trost für Kranke

Worin besteht nun aber der Trost – für den Kranken seinerzeit, für die, die später um Gastorius trauerten, und bis heute für die Sänger dieses Liedes? Es muss ja gute Gründe dafür geben, dass es sich im aktuellen Evangelischen Gesangbuch findet und zum Singen einlädt.

Nun – die Devise, die ersten Worte, mit denen gleichlautend alle sechs Strophen beginnen, ist als Glaubensaussage zugegebenermaßen schon etwas vollmundig. Aber sie ist biblisch begründet. Und sie bildet für den Dichter so eine Art Sprungbrett, um in vielen Facetten Gottes Vertrauenswürdigkeit, seine Liebe und väterliche Fürsorge zu beschreiben.

Es ist eine persönliche Ausformulierung von dem, was in 5. Mose 32,4, im Lied des Mose steht: „Er ist der Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alle seine Wege sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er“ (LUT).

So ist Gott – und das Lied „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ macht es sich zur Aufgabe, dieses Bekenntnis vielfältig auszuformulieren, zum Vertrauen auf Gott einzuladen, mit der Überzeugung: Gott ist gut und er handelt gut, auch in den Nöten des menschlichen Lebens, die nicht verschwiegen werden. Ein wahres Trostlied, das schnell in ganz Deutschland populär wurde.

Zahlreiche Spuren

Dieses Lied mit seiner eingängigen Melodie hat seither zahlreiche Spuren hinterlassen; nicht nur bei Menschen, die sich von ihm haben tröstlich berühren lassen. Zwischen 1724 und 1734 komponierte Johann Sebastian Bach drei verschiedene Kirchenkantaten, die alle mit der ersten Strophe dieses Chorals beginnen.

Im Jahr 1840 starb der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ war sein Lieblingslied und so sang man es auch bei seiner Beerdigung. Und schließlich 1892: In diesem Jahr veröffentlichte Theodor Fontane seinen Roman „Frau Jenny Treibel“, in dem Samuel Rodigast als frommer dichtender Schulmann erwähnt wird.

Am Schluss noch ein Kuriosum: Severus Gastorius, der Kantor, dessen Krankenstand seinerzeit Auslöser für diese ganze Liedgeschichte war, hatte den Nachnamen Bauchspieß. Damit kann man (mit Verlaub!) natürlich keinen Staat machen. Darum – was durchaus verbreitete Praxis war – hat man dem Namen eine lateinische Form gegeben.

Dr. Ute Zintarra ist Musikwissenschaftlerin, Kirchenmusikerin und hat als Musikredakteurin bei ERF Medien gearbeitet.

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2 Kommentare

  1. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei, Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen.
    Strophe 3

  2. Hallo!
    Die interessanteste Strophe ist aber die 3. Strophe. Weißer Text auf weißem Grund geschrieben. Oder täusche ich mich?
    Gruß,
    Peter

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