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Bund FeG: Corona halbiert Zahl der Gottesdienstbesucher

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) hat im Coronajahr 2021 kaum Mitglieder verloren. Die digitalen Besucherzahlen wuchsen stark, während sie in Präsenz dramatisch einbrachen.

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Laut der aktuellen Gemeindestatistik des Bund FeG gab es 2019 rund 43.000 regelmäßige Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, 2021 nur noch etwa 27.000. Dafür kamen 29.000 digitale Gäste dazu. Die Reichweite der Gottesdienste stieg damit um knapp 13.000 Personen, das sind 30 Prozent mehr.

Die gesunkene Zahl der Präsenzgottesdienstbesucher führt zu Problemen. „Es ist für die Gemeinden teilweise herausfordernd, zentrale Bestandteile des Gottesdienstes wie zum Beispiel die Band zu besetzen“, erklärt Artur Wiebe, Pressesprecher des Bundes FeG. Ziel sei es, wieder mehr Menschen in den Gottesdienst zu ziehen. „Wir müssen deutlich machen, welchen Mehrwert die Präsenz hat. Dabei will ich das Digitale nicht schlechtmachen. Im Gegenteil: Es ist eine große Chance.“

Im Bund FeG kam es im Jahr 2021 zu einem Mitgliederrückgang von 1,5 Prozent. Die Mitgliederzahl sank von rund 43.000 auf 42.350. Der Bund beurteilt die Zahlen jedoch positiv: "Corona hätte einen größeren Einschlag haben können", meint Pressesprecher Artur Wiebe.

"Wir sind durch die zwei Coronajahre unbeschädigt durchgekommen", sagt FeG-Geschäftsführer Guido Sadler. Ob die Coronabereinigung, die in anderen Gemeindebünden voll zugeschlagen hätte, noch komme, sei nicht abzusehen. Die Zahl der Gemeinden wuchs in den vergangenen zwei Jahren um drei auf insgesamt 503 Ortsgemeinden.

Das Durchschnittsalter der Mitglieder stieg von 51 auf knapp 53 Jahre. Dies sei alarmierend, sagt Sadler. "Das Alter wächst also linear mit den Jahreszahlen." Eine Organisation, die so durchaltere, könne die Uhr danach stellen, wann sie schließen müsse. "Uns ist es nicht gelungen, die Zahl in den letzten Jahren durch Aufnahme junger Gemeindemitglieder zu stabilisieren." Deshalb soll die junge Generation nun mehr Platz in den FeG-Gremien finden. Dasselbe gelte für Vertreterinnen und Vertreter aus den jüngst aufgenommenen Migrationsgemeinden sowie Frauen. Im Bereich FeG Kinder soll außerdem eine weitere Stelle hinzukommen.

3 Kommentare

  1. Die Kirche sollte sich nicht gleichschalten mit der Regierung. Und auch nicht mit der „Letzten Generation“.
    Die Kirche sollte kritisch bleiben, manches hinterfragen.
    Nicht einmal im dritten Reich wurde Gottesdienst verboten….
    Ich kenne Geschwister die wegbleiben, weil die Gemeinden bei allem ( Impfen, Maskenpflicht…) mitgemacht haben.

    • Danke für den Kommentar, Ralf. Genau aus den von dir genannten Gründen bin ich weggeblieben. Eine Kirche/Gemeinde, die kontrolliert, Impfpropaganda betreibt, direkt und indirekt Druck auf die Menschen ausübt, sich mit der Regierung gleichschaltet ist für mich kein Zuhause mehr. Einen Ort, an dem ich fröhlich mit anderen meinen Glauben leben kann, ist mir verloren gegangen – mein Glauben aber ist mir in der sog. „Coronazeit“ umso wichtiger geworden. Und es ist ein kleiner Kreis von Menschen geblieben, mit dem ich mich offen und ehrlich austauschen und beten kann …
      Leider wird seitens der Kirchen-/Gemeindeleitungen (egal ob frei- oder landeskirchlich) scheinbar auch überhaupt keine Notwendigkeit gesehen, sich kritisch mit dem eigenen Verhalten während dieser Zeit auseinanderzusetzen, Fehler einzugestehen, um Vergebung zu bitten … Das könnte heilen, verloren gegangenes Vertrauen heilen …
      ps. Ob der Verfasser des Artikel nun bewusst oder unbewusst von einer „Coronabereinigung“ spricht ist mir nicht wirklich klar. Bezeichnend ist es allemal. Eine Bereinigung ist ja grundsätzlich positiv … Sind dei FEGs mit Corona nun also „lästigen Unrat“ losgeworden? Oder wie oder was?

    • Kontaktverbot war deutlich geboten

      Ich frage mich, ob Christinnen und Christen unbedingt unvernünftig sein müssen – und ob dies dann noch etwas mit dem Markenkern unseres Glaubens zu tun haben muss. Denn in der ersten Phase der Coronapandemie ging es um eine schlimme Variante der Erkrankung mit bekanntlich vielen Toten, überfüllten Krankenhäusern und unschuldig ziemlich ratlosen Politiker/innen. Es war dem handelnden und doch sich sehr deutlich verantwortlich agierenden Staat damals nur möglich auf Sicht zu fahren bzw. zu entscheiden. Auch im Nachhinein war ein völliges Kontaktverbot anfangs für viele öffentliche Bereiche völlig richtig. Richtig war, dass wir als Christen und Kirche da mitgegangen sind. Immerhin wird auch von Jesus Christus unser Glaube kurz zusammengefasst: Gott zu lieben, den Nächsten und sich selbst. Wer Gott liebt, möchte nicht den Nächsten anstecken mit einer Krankheit, die leicht zum Tod führen konnte. Wer einmal auf seinem Bettrand gesessen hat und keine Luft mehr bekam, der weis auch wie es sich anfühlt, vielleicht ersticken zu müssen. Viele gerade auch ältere Menschen, aber durchaus auch Jugendliche und einige Kinder, haben das am eigenen Leibe erfahren.. Jede/r darf auch sich selbst schützen – er muss es sogar. Andere zu schützen erscheint mir ein konkretes Gebot zu sein. Es sei dann man neigt zu alternativen Wahrheit, bzw. dass die Pandemie schon immer keine Übersterblichkeit generierte, oder nur eine harmlose Grippeform darstellt: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“!

      Damit lässt sich ganz leicht erklären, dass der Vergleich des ehrenwerten Ralf Kaefer, auch im Dritten Reich seien Gottesdienste nicht verboten gewesen, völlig unangebracht ist. Das tausendjährige Reich des Antichristen Adolf mit staatlichem Handeln in der Pandemie zu vergleichen, halte ich für furchtbar. Aber es ist nicht verboten so etwas zu sagen und zu schreiben. Mit Nächstenliebe hat dies allerdings nichts zu tun. Tut mir leid, ich möchte niemand kränken und beleidigen. Aber die Wahrheit, wenn man es in seinem Gewissen als Wahrheit erkennt, muss dann schon geäußert sein. Zu dem was Jan schreibt, fällt mir dann nichts zusätzliches mehr ein. Nur eines: Ich halte ich für (sehr !) absurd, für das Ausfallen von Gottesdiensten noch um Vergebung zu bitten. Es gab, und gibt immer noch, herrliche digitale und analoge Gottesdienste im Netz oder Fernsehen. Viele Ehrenamtler/innen haben dabei mitgewirkt und viel Fleiß aufgewendet. Die Hilfsbereitschaft nicht nur der Christen war in der Hochzeit der Pandemie „Spitze“! Und heute können wir uns freuen, dass wir wieder wie früher in unserer Originalmenschlichkeit nebeneinander sitzen können.

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