Eine Arbeitshilfe für den Umgang mit Ehen von Christen und Muslimen will die evangelische Landeskirche in Bayern herausgeben.
Bei christlich-muslimischen Ehen handle es sich um eine besondere Herausforderung, sagte Oberkirchenrat Michael Martin bei der Herbsttagung der Landessynode in Rosenheim am Donnerstag. Es gebe zwar keine exakten Daten, wie viele Ehen zwischen Muslimen und Christen bereits in Deutschland geschlossen wurden. Angesichts von bundesweit mehr als vier Millionen Muslimen deuteten alle Anzeichen auf eine steigende Zahl religionsverschiedener Ehen hin, sagte der Theologe.
Dennoch gebe es bisher kaum Aussagen darüber, ob die Mitwirkung eines Imams bei einer Trauung in der Kirche oder die Mitwirkung eines Pfarrers bei einer Trauung in der Moschee möglich sei. «Betroffene Paare brauchen dringend Rat und Unterstützung», sagte Martin.
Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte in dem Text «Klarheit und gute Nachbarschaft – Christen und Muslime in Deutschland» darauf hingewiesen, dass es in die Irre führe, wenn im Zusammenhang mit einer Eheschließung eine Zeremonie unter Beteiligung eines Imam und eines Pfarrers vereinbart wird. Eine evangelische Trauung sei grundverschieden von einer islamischen Eheschließung, die durch einen Ehevertrag zustande kommt.
Die große Mehrheit der Gelehrten im Islam lehne Ehen von Muslimen mit Nicht-Muslimen ab. Das islamische Recht erkenne allerdings die Ehe eines Muslims mit einer Christin oder Jüdin an. Kinder aus religionsverschiedenen Ehen seien jedoch in jedem Fall Muslime.
(Quelle: epd)
