Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat zur Einübung des Friedens im persönlichen Alltag aufgerufen.
Frieden sei «eine Fertigkeit, ein Handwerk, ja eine Kunst», sagte er am Sonntag in einer Predigt zum Volkstrauertag in der Dresdner Frauenkirche. Es sei die Fähigkeit, «sich auch zu begrenzen, sich zurückzunehmen in den Ansprüchen» – in Ehe und Familie oder auch am Arbeitsplatz. Nicht nur Nationen, sondern auch jeder Einzelne stehe in der Pflicht: «Frieden beginnt bei uns selbst.»
Frieden sei auch sei die Kunst, «verwundbar» zu bleiben und auf Menschen ganz anderer Herkunft und Überzeugung zuzugehen, sagte der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche weiter. Es gehe dabei darum, schon aufgebaute Mauern wieder zu überwinden: «Wie schwer das ist, muss gerade in Dresden nicht gesagt werden.»
Der Theologe äußerte sich auch im Zusammenhang mit der bundesweiten Friedensdekade. Sie läuft bis zum Buß- und Bettag (Mittwoch) unter dem Motto «Gier. Macht. Krieg». Er warnte vor Gier in Wirtschaft und Gesellschaft. Wie die «Gier in uns und in unserem Finanz- und Wirtschaftssystem» begrenzt werden könne, das sei eine «Überlebensfrage der Menschheit», sagte Brahms. Er rief dazu auf, gegen eine ungerechte Weltwirtschaft, gegen Hunger und Armut sowie gegen die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich zu kämpfen.
(Quelle: epd)
