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Werkstatt, Stall, Textilbetrieb: Archäologen entschlüsseln Alltag im alten Israel

Wie organisierten die Menschen im biblischen Israel ihre Arbeit? Eine neue archäologische Studie zeigt, dass Werkstätten in Tel Shikmona je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich genutzt wurden.

Tel Shikmona an der Karmelküste südlich des heutigen Haifa war im 8. Jahrhundert vor Christus ein befestigtes Produktionszentrum des Königreichs Israel. Für ihre Untersuchung analysierten Wissenschaftler mikroskopische Rückstände aus zwei Arbeitsbereichen, die in die Zeit von etwa 790 bis 740 v. Chr. datiert werden, berichtet das Webportal Jerusalem News Syndicate. Die Anlage gilt zudem als die größte bekannte Produktionsstätte für Scharlachfarbe aus der Eisenzeit im Mittelmeerraum.

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Die Funde zeigen demnach, dass einzelne Räume offenbar nicht dauerhaft einer einzigen Aufgabe dienten. In einem Arbeitsbereich fanden die Forscher Hinweise auf Olivenverarbeitung, Tierhaltung und Textilarbeiten. Ein zweiter Bereich wurde für die Herstellung von Scharlachfarbe genutzt, weist aber ebenfalls Spuren der Olivenverarbeitung auf.

„Wenn Archäologen eine Ölpresse finden, besteht die natürliche Tendenz zu sagen: Hier wurde Olivenöl produziert“, erklärt Grabungsleiter Golan Shlavy. Da die Ernte jedoch nur wenige Wochen im Jahr dauerte, stellten die Forscher die Frage, wie die Gebäude während der übrigen Monate genutzt wurden. Die Ergebnisse deuten auf einen saisonalen Wechsel zwischen Olivenverarbeitung im Herbst, Tierhaltung im Winter und Textilarbeiten im Frühjahr hin. Die Studie zeigt damit nicht nur, wie effizient die Menschen im Königreich Israel ihre Ressourcen nutzten, sondern auch, wie moderne Analysemethoden verborgene Geschichten aus der biblischen Zeit sichtbar machen können.

Tel Shikmona ist nicht mit einem biblisch erwähnten Ort identifizierbar, aber der Ort gehörte zum biblischen Nordreich.

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