Alles schreit nach Reformen – doch was wir wirklich brauchen, ist Erneuerung. Und eine in Christus gegründete Hoffnung, die stärker ist als jede Krise.
Von Pfarrer Marcus Tesch
Wer in unserem Land unterwegs ist, stellt schnell fest: Hier besteht an vielen Stellen dringender Handlungsbedarf: kaputte Straßen, marode Schulen, bröckelnde Brücken, ein überfordertes Gesundheitssystem. Alles schreit nach Erneuerung! Alle wünschen sich Reformen, die die liegen gebliebenen Aufgaben anpacken und die Probleme zu einer guten Lösung führt.
Aus lauter Frust wenden sich viele populistischen Parteien und radikalen Vereinfachern zu. Als ob die es besser machen könnten?! Dann lieber ganz in den Untergang aus reiner Wut und Lust an der Zerstörung.
Es fehlen Glaube, Hoffnung und Zuversicht
Ja, es liegt etwas im Argen. Aber das geht weit über die beschriebenen Zustände in der Infrastruktur und im Gesundheitswesen hinaus. Es fehlen der Glaube vielerorts, die Zuversicht und die Hoffnung darauf, dass sich etwas zum Besseren wenden wird. Es fehlt ein Grund dafür, dass es sich lohnt, zuversichtlich und mutig in die Zukunft zu gehen.
Wenn wir uns einmal in die Zeit zurückversetzen, in der die Offenbarung des Johannes geschrieben wurde, dann stellen wir fest: Für Christinnen und Christen wurde die Luft im römischen Reich damals dünner und dünner. Sie hätten ganz bestimmt Grund gehabt, sich Sorgen um die Zukunft zu machen. Sich zu fürchten vor dem, was kommen könnte. Und, seien wir ehrlich, sehr viele haben dies auch gemacht.
Auf Christus schauen
Es wäre ein Leichtes gewesen, hätte Johannes der Seher, ihnen geschrieben: „Seht, es geht sowieso alles den Bach runter! Schlagt für euch noch raus, was ihr kriegen könnt! Mehr habt ihr nicht zu erwarten!“ Damit wäre er wohl voll auf der Linie vieler unserer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen gewesen.
Aber er richtet ihren Blick auf etwas, besser gesagt, auf jemand anders: auf Jesus! Und zwei Dinge stehen für ihn im Vordergrund: Jesus hat die Welt und all ihre Probleme nicht durch Gewalt und Macht überwunden, sondern durch seinen unschuldigen Tod am Kreuz. Und: Jesus ist auferstanden! Er lebt. Und alle Zukunft gehört ihm, denn auch wir werden auferstehen!
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Offb. 21,5
Nein, eine Reform oder ein Wiederaufbau reichen nicht. Genauso wenig, wie die Auferstehung nur das Weiterleben nach dem Tod bezeichnet. Alles muss neu werden! Und alles wird neu werden. Alles wird neu werden! Diese manchmal so verrückte und aus den Fugen geratene Welt – sie muss neu werden! Dein und mein manchmal so verkorkstes und unvollständiges Leben – es muss neu werden! Diese viel zu sehr mit sich selbst und ihrem Überleben beschäftigte Kirche – sie muss neu werden! Alles muss neu werden – alles wird neu werden.
Wenn du einmal auferstehst, dann wirst du der nicht derselbe sein (können) – alles muss neu werden! Aber dann wirst du endlich du selbst sein, wie Gott dich gewollt hat. Wenn wir heute an Jesus glauben und ihm folgen, mit ihm reden und auf ihn hoffen, dann treten wir schon mit dem in Verbindung, der einmal alles neu machen wird. Und dann verlieren die Lust auf den Untergang, sondern werden erfüllt von einer lebendigen Hoffnung.

Diesen schöne Schriftstelle aus der Offenbarung darf man sorglos auf seine jeweilige aktuelle Lebenssituation anwenden. Da sich Gott immer wieder als jemand darstellt und erweist, der uns Trost gibt, segnend in unser Leben eingreift und Neuanfänge schenkt.
Darüber dürfen wir aber doch den Kontext dieses Verses nicht verleugnen, es geht ganz konkret darum, dass am Ende dieser „Welt-Zeit“, Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Mit etwas Phantasie könnte man den menschlichen Versuch einen anderen bewohnbaren Planeten zu finden als Ahnung und Vorschattung dieses zukünftigen Ereignisses bezeichnen.
Diesem epochalen Novum gehen dramatische und gewaltige Dinge vorraus, eine gottlose Menschheit, zieht die Gerichte Gottes auf sich, Jesus selbst spricht davon und auch die Apostel und hier herausgehoben Johannes der „Lieblingsjünger“ des Herrn, der doch so leidenschaftlich für die Liebe spricht, muss den schrecklichem Zorn Gottes verkünden.
Mir gelingt es schwerlich diese Dimenssionen in unseren Alltag zu intergrieren, unser Land schreit mach Reformen, vernünftige politische Weichenstellungen werden eingefordert, aber unser Volk erkennt nicht den Ernst der Lage, das Damoklesschwert schwebt über dieser Erde und wir machen uns Sorgen um unsere Rente.
Warum diese beinahe läppische Beschreibung Jesu über das Ende der Zeit ? “ Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten…….bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin –, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns.“ Die Masse der Leute scheint nicht mit Raubüberfällen und Vergewaltigungen beschäftigt, sondern mit essen und trinken und zahlreichen Romanzen. Geht uns ein Licht auf?
So ist unser Vers „siehe ich mache alles neu“ auch ein eindrücklicher Appell an alle verlorenen Seelen, hören wir auf, Gott aus unserem Leben zu verbannen und geben ihm den Raum der ihm gebührt !
Die Predigt mit Evangelium als Zuversicht und Buße wichtig
Lieber Stammtischbruder: Grundsätzlich keine fundamentalen Einwände gegen den Inhalt ihres Kommentares vom 30. Dezember 2025. Ich habe aber den Neuen Himmel und die Neue Erde so verstanden, dass damit kein Neuer Planet im Universum gemeint sein könnte, den man besiedelt, sondern das Ewige Paradies als eine Neuschöpfung aller Dinge. Aber es gibt ja in diesem Zusammenhang zumindest völlig andere Naturgesetze, keinerlei Geborenwerden und Sterben mehr. Aber lassen wir dies dahingestellt sein, auch dies mit einem Neuen Planeten könnte ein neuer Anfang sein. Wenn Sie aber schreiben „die Masse der Leute scheint nicht mit Raubüberfällen und Vergewaltigungen beschäftigt, sondern mit Essen und Trinken und zahlreichen Romanzen“, entspricht dies niemals vielfältiger Realität. Spätestens seit unserer Pandemie gibt es neben der vernünftigen Angst und dem Kampf gegen die Klimaveränderungen auch noch die Befürchtung eines großen Krieges und die Mehrzahl der Menschen pflegt eher fast krankhaft große Furcht und Angst. Leider wachsen auf diesem Untergrund auch viele falsche Propheten wie Trump, Magabewegung, die Verschwörungstheorien, sowie böses Aufblähen der politisch radikalen Bewegungen. Es ist – hier muss ich aber widersprechen – niemals unser Gott zornig, sondern wir Menschen sind bösartiger, aber meist herrscht vermehrt Ängstlichkeit. Gott ist Liebe, niemals zornig, schon gar nicht jähzornig, wirft keinerlei Feuer vom Himmel und die Apokalypse wäre hier auf unserer Erde leider nur unser böses Werk. Gott wirft keine Bomben auf unsere Menschen und schickt dann Jesus als den Feuerwehrmann, oder als Sanitäter der Liebe. Gott ist pure Liebe. Was Menschen brauchen ist nicht die Angstpredigt, sondern nur jene einer Zuversicht. Es ist auch nicht die gesamte Menschheit nur böse, sondern Menschen sind Individuen und man steht vor Gott als seinem Richter immer nur als Einzelmensch. Aber da Jesus die Sünde bezahlt hatte, braucht aus 2 Millionen Jahre die Menschheit aller Zeiten nur noch sich mit Gott einfach zu versöhnen, Gott hatte es bekanntlich bereits getan. Da vertraue ich schon darauf, dass Schwerter zu Pflugscharen werden, die Kriege abgeschafft, wenn die Menschen endlich auf Gott hören. Da bin ich sehr zuversichtlich, dass die Vorhersage der Bibel eintreffen, Ninive und die Welt nicht untergehen, weil der Heilige Geist immer hier auf unserer Erde arbeitet. Aber wenn alle Romanzen nicht mehr stattfinden, keiner sich nicht mehr selbst lieben kann, auch wenn niemand mehr Kinder bekommt, dann kann dies niemals sozial erträglich und psychisch gesund sein. Der GAST hat vollkommen recht, OHNE BUßE GEHT ES NICHT. Aber dies tun Christen jeden Tag, ohne in die Zeitung zu setzen, aber bekannte Künstler geben davon Zeugnis ab. Es ist letztlich mutmachend: Gott bestellt uns als Mitarbeiter seiner Weltverbesserung
„Sollte Gott wirklich gesagt haben?“ (Gen. 3,1)
Mit genau dieser Frage beginnt der Sündenfall – nicht mit offener Gottesleugnung, sondern mit einer scheinbar frommen Umdeutung des Wortes Gottes. Wenn Gottes Zorn geleugnet, sein Gericht psychologisiert und die Apokalypse allein zum menschlichen Unfall erklärt wird, dann ist das keine tröstliche Theologie, sondern eine gefährliche Verharmlosung.
Jesus selbst widerspricht dem entschieden. In der Wüste antwortet er dem Satan nicht mit Gefühlen oder Zuversicht, sondern dreimal mit: „Es steht geschrieben.“ Er relativiert weder Gottes Wort noch entschärft er dessen Ernst.
Gott ist Liebe – ja. Aber derselbe Gott ist heilig und richtet die Sünde. Wer den Zorn Gottes aus der Bibel streicht, streicht am Ende auch die Bedeutung des Kreuzes. Ohne Gericht keine Erlösung, ohne Buße kein Evangelium.
Darum ist „Siehe, ich mache alles neu“ nicht nur Trost, sondern ein letzter Ruf zur Umkehr. Wer diesen Ruf in allgemeine Wohlfühlzuversicht auflöst, redet nicht im Geist Christi, sondern sehr nahe an den Worten der Schlange.
Jesus selbst war der größte Verfechter des ganzen Wortes Gottes. Er hat nichts relativiert, nichts ausgespart, nichts dem Zeitgeist angepasst. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ (Mt. 4,4) Wer Teile der Schrift gegen andere ausspielt – Liebe gegen Gericht, Trost gegen Wahrheit –, stellt sich nicht in die Nachfolge Jesu, sondern über sein Wort. Gerade Jesus, der die Liebe Gottes wie kein anderer verkündete, sprach zugleich mit größtem Ernst von Hölle, Gericht und Umkehr. Das ganze Evangelium ist unteilbar.
@ Adrian: „…Wer Teile der Schrift gegen andere ausspielt…“ : Aus meiner Sicht ist es so, dass oft gerade Fundamentalisten dies tun, auch oft hier in den Postings, eben Teile der Schrift gegen andere ausspielen, aus dem Zusammenhang reißen, einseitig verabsolutieren. Und wenn man versucht, dagegen zu argumentieren, muss man ja die von Fundamentalisten vernachlässigte Seite in den Blick rücken und wird dann selbst der Einseitigkeit verdächtigt.
Mir ist nicht ganz klar, was Sie konkret unter „Fundamentalisten“ verstehen, solange dafür weder eine Definition noch ein Beispiel genannt wird. Der Begriff wird heute sehr unterschiedlich und oft auch verzerrt verwendet. Ohne eine genauere Klärung bleibt er eher ein Etikett als ein wirklich hilfreiches Argument.
Wenn es bereits als „fundamentalistisch“ gilt,
– an die Heilsgeschichte zu glauben,
– daran festzuhalten, dass der Mensch ein grundlegendes Problem mit Gott hat,
– dass Jesus stellvertretend am Kreuz gestorben und auferstanden ist,
– und dass Umkehr und Wiedergeburt zum Kern des Evangeliums gehören,
dann wäre ich – nach einer solchen Definition – wohl fundamentalistisch. Denn all dies ergibt sich für mich nicht aus einzelnen herausgegriffenen Bibelstellen, sondern aus dem Gesamtzusammenhang der Schrift, von Genesis 1 bis Offenbarung 22, und entspricht zudem dem kirchengeschichtlichen Grundverständnis über viele Jahrhunderte hinweg.
Mein Anliegen ist dabei gerade nicht, Teile der Schrift gegeneinander auszuspielen, sondern sie zusammenzuhalten: Liebe und Heiligkeit, Trost und Wahrheit, Gnade und Gericht. Aus meiner Sicht entsteht Einseitigkeit genau dann, wenn eine dieser Dimensionen grundsätzlich ausgeblendet wird – unabhängig davon, von welcher Seite dies geschieht.
Ich wünsche mir einen vollen Himmel. Und deshalb schäme ich mich auch nicht des Evangeliums, das für mich genau diese rettende Kraft Gottes ist – ernst, tröstlich und heilsam zugleich.
Welche Aussagen der Schrift werden Ihrer Meinung nach wo aus dem Zusammenhang gerissen, und woran machen Sie das konkret fest?
Ganz persönlich noch ein Gedanke am Rand: In meinem Bibelleseplan hat am 1. Januar wieder Genesis begonnen, parallel dazu der Römerbrief. Gerade diese Kombination macht für mich den roten Faden der Schrift – Schöpfung, Fall, Verheißung und Erlösung – sehr deutlich. Das kann ich wirklich sehr empfehlen.
@Adrian:
„– an die Heilsgeschichte zu glauben,
– daran festzuhalten, dass der Mensch ein grundlegendes Problem mit Gott hat,
– dass Jesus stellvertretend am Kreuz gestorben und auferstanden ist,
– und dass Umkehr und Wiedergeburt zum Kern des Evangeliums gehören“ –
Dies alles gehört zum Christentum, da stimme ich zu und ist natürlich nicht per se als fundamentalistisch anzusehen. Der entscheidende Unterschied ist, w i e auf dieses Heilsgeschehen geguckt wird, w i e es wahrgenommen, ausgelegt und eben oft reduziert bzw. auch verzerrt wird.
Definitionen und Hinweispunkte auf Fundamentalismus kann man vielfältig im Internet nachlesen. D.h. es geht mir nicht so sehr nur um einzelne Punkte (was man nun im Einzelnen für wortwörtlich wahr hält oder was man für auslegungsbedürftig hält) sondern um die Denkweise der Menschen.
Ich glaube z.B. nicht „an“ die Bibel, sondern an den, den sie bezeugt. Und wenn jemand sagt, wir wissen es ja aber nur aus der Bibel, sage ich: immer schon v o r den geschriebenen Wort war das Handeln Gottes an seinem Volk und den Menschen, die es dann als Erfahrungsbericht unter Anleitung (nicht diktiert erhalten) aufgeschrieben haben.
In Übereinstimmung mit meiner Volkskirche sehe ich mich in einer Auslegungsgemeinschaft und glaube z.B., dass ich bereits wiedergeboren bin in der Taufe als kleines Kind. Da würde ich mit etlichen anders gläubigen Christen wohl kaum auf ein gemeinsames Bibelverständnis kommen, das gilt es gegenseitig auszuhalten.
Mein Anliegen war einfach der Hinweis, dass Sie Ihr waches Auge über die Anfrage an Hr. Hehner hinaus auch auf andere Postings hier erstrecken, die vielleicht im ersten Lesen schlüssig wirken, aber doch die Botschaft arg verkürzen oder manchmal fast entstellen.
da hast du in wenigen Worten eine sehr wichtige und grundsätzliche Sicht auf das Wort Gottes, das Evangelium und auch auf die Kirchengeschichte skiziert. Mein volles Ja dazu !
Nur gab es zu Jesus Zeiten keine Bibel sondern nur die Tora. Inwieweit der Tanach schon verschriftlich war, weiß ich nicht, aber alles im christlichen Teil der heutigen Bibel kann er nicht gemeint haben.
Und sowohl Tora wie auch Tanach werden im Judentum nicht wörtlichen verstanden sondern bedürfen der Auslegung, die sich bewusst zeitbezogen ändern kann.
Insofern passt dein Verweis auf Jesus hier nicht.
Ich versuche mit einem Beispiel aus der Tora zu Antworten.
In Genesis 18 begegnet Abraham nicht einfach „Gott allgemein“, sondern JHWH in sichtbarer, menschlicher Gestalt, der zugleich von JHWH im Himmel unterschieden ist. Der Text selbst zwingt uns zu dieser Spannung:
– Es erscheinen „drei Männer“
– Einer von ihnen wird ausdrücklich JHWH genannt
– Dieser JHWH spricht als Gott, nimmt Opfergastfreundschaft an und richtet
– In Genesis 19,24 heißt es dann: „JHWH ließ Schwefel und Feuer regnen von JHWH aus dem Himmel“
Das ist kein trinitarischer Import, sondern eine alttestamentliche Beobachtung:
Es gibt im Alten Testament einen JHWH, aber mehr als eine personale Manifestation JHWHs.
Michael S. Heiser nennt diese Gestalt den „visible YHWH“ oder den „Second YHWH“, der auch als
– „der Engel JHWHs“
– „der Name JHWHs“
– „die Herrlichkeit JHWHs“
erscheint, spricht und handelt als Gott, ohne ein zweiter Gott zu sein.
Das Neue Testament identifiziert genau diese Figur christologisch:
– „Niemand hat Gott je gesehen“ (Joh. 1,18) → dennoch wird JHWH gesehen
– „Der Sohn hat ihn kundgemacht“
– „Der Fels war Christus“ (1.Kor. 10,4)
– „Durch ihn sind alle Dinge geschaffen“ (Kol. 1,16)
Darum ist Jesus im Neuen Testament keine neue Offenbarung Gottes, sondern die Inkarnation dessen, der im Alten Testament bereits als der sichtbare JHWH handelt.
Genesis 18 ist also keine bloße Theophanie im abstrakten Sinn, sondern eine Begegnung mit dem göttlichen Mittler, den das NT eindeutig als den Sohn identifiziert.
Kurz gesagt:
Das Alte Testament enthält keine ausgearbeitete Trinitätslehre, aber es enthält die Rohdaten, die das Neue Testament christologisch zusammenführt.
Jesus ist nicht später hinzugekommen.
Er ist der sichtbare Gott, der schon Abraham gegenübertrat – lange bevor es ein Neues Testament gab.
Im Alten Testament gibt es dafür etliche Beispiele.
Diese Spannung war auch im antiken Judentum bekannt und intensiv diskutiert. Die Frage, wie der eine Gott zugleich im Himmel bleibt und doch sichtbar und handelnd auf der Erde gegenwärtig sein kann, findet sich in frühjüdischen Auslegungen und Debatten. Es ging dabei nicht um Polytheismus, sondern um die Weise der Selbstoffenbarung des einen Gottes. Erst nach Jesus wurde diese Spannung im Judentum zunehmend zurückhaltender behandelt – so verstehe ich es zumindest –, nicht zuletzt, weil die frühe Christenheit genau hier ihren messianischen Anspruch verortete.
Ohne Buße geht es nicht.
Die Schöpfung der Welt ist noch nicht abgeschlossen
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Das schreibt nicht Bernd Hehner, sondern Pfarrer Marcus Tesch in Jesus.de. So steht es auch in der Bibel.
In einem meiner lesenswertesten Bücher, welches mit meinem Umzug verloren ging, hat ein mir namentlich nicht erinnerlicher Astrophysiker sehr anschaulich für Laien beschrieben – in meiner Leib- und Magenliteratur – wie das unendliche Weltall entstanden ist. Da war ein winziger Punkt, fast mit Null Ausdehnung, der aus allem bestand was existierte und somit gegen alle uns bekannten Naturgesetze komprimiert war. Dieser explodierte nunmehr in 13,7. Milliarden Jahre zu einem Durchmesser von 93 Milliarden Lichtjahre – verboten mit Überlichtgeschwindigkeit. Hatte doch der gute Professor, trotz aller seiner Menschenfreundlichkeit und moderner Denkweise, fast gegen diese gute Kultur seines Denkens, doch ein Buchumfang weit stets bestritten, kein Gott habe irgend etwas mit diesem zufälligen Phasenübergang zu tun. Nun war sein Schlusskapitel geradezu Ratlosigkeit und Verwunderung, über das, was zwangsläufig eine nicht lebende Evolution sich ausgedachte, oder ein auf beiden Augen absolut blinder Zufall hier zustande brachte und naive bescheidene Denker nur an große Liebe eines Gottes glauben lässt: Wir sind dort plötzlich in einer Beobachtung, einer sich in unserem Gehirn spiegelnden Vorstellung, weil hier etwas sehr Winziges sich plötzlich fast unendlich ausdehnt und dann am Ende – aber nur dem vorläufigen Ende allerdings – dort ein wunderbarer riesiger Palast steht, genannt Natur, auch als diese Welt, mit wunderbarer Fauna und Flora, wo dann sogar Menschen auf zwei Beinen herumlaufen. Er drückt es im Bilde aus und verzweifelt geradezu: Da ist ein extrem winziger Steinhaufen in Vorzeiten explodiert und nun kommen wir an wie Gäste. Wir stehen vor einem wunderbaren Palast, fleißige Kellner laufen herum, laden uns sofort ein zum Kalten Büffet und verwöhnen uns mit einer reichen Natur. Wie kann dies sein? Dies fragte sich jener Gelehrte und meinte irgendwie doch fast zurückrudernd, niemand solle es sich zu einfach machen. Ein Existenzialist erklärte uns in unserem evangelischen Jugendkreis die mögliche Denkweise von Existenzialisten in philosophischer Weise: Ein blindes Schicksal habe uns ins Leben geworfen. Ich habe allerdings sehr viele Jahre wirklich gefragt, warum ein blindes Schicksal so etwas sinnloses tun kann, wenn doch alles Zufall ist und die Mühe dann nunmehr völlig sinnfrei bleibt? Der Philosoph Martin Heidegger antwortete, das Sein sei wertvoller als das Nichts. Dies ist alles erklärend, oder eher nur gar nichts.
Es gibt moderne Schöpfungsmythen, die nicht wirkliche Antwort geben. Etwa das Universum habe schon als es entstand beschlossen, uns als die denkenden Kreaturen zuletzt zu generieren, es habe nämlich kein Gehirn und daher brauche es den Menschen und seine Denkstrukturen, um als Weltall und seine Rettung in der fernen Zukunft nachzudenken. Dann kommt weiter hergeholt ein Universum, dass durch eine Zeitschleife sich zurückbiegt in seine eigene Vergangenheit und sich selbst erzeugt. Es ist nämlich nicht prickelnd, nicht zu existieren. Andere Fragen drehen sich darum, wie denn die Naturgesetze etwas geschaffen haben im Laufe der Evolution des Weltalles: Waren sie vorher schon vorhanden, oder sind sie erst in der evolutionären Entwicklung entstanden? Die Frage umgemünzt in einfachere Logik wäre eher diejenige, wäre das Universum nichts als ein riesiger Computer, wer ihn erschuf? Oder die Naturgesetze hier gut und nachhaltig ausdachte? Jeme Frage der Schülerinnen und Schüler, an den geneigten aber einfältigen Schullehrer damaliger Zeiten, wer zuerst da war, das Huhn oder das Ei, haben zwar Klassenarbeiten verhindert, aber diese Frage ist rein rhetorisch und völlig unbeantwortbar. Und was war denn vor dem Urknall? Die Frage kann nur sein, wie Gott aus Nichts etwas erschuf, was vorher noch nicht vorhanden war? Dies kann ja nicht sein, denn dann würde Gott seine eigenen Naturgesetze, von ihm gut konzipiert, nicht selbst ernst nehmen. Daher scheint es mir logisch zu sein, dass wir Geist von Gottes Geist sind. Als noch nichts da war, auch kein Urknall und keine entsprechende Urknallsingularität, da hatte Gott uns aus sich selbst erschaffen. Dies ist übrigens sehr biblisch, denn dort glaubte man bereits in der Antike, dass Gott in allen Dingen ist und alle Dinge in Gott sind. Wir kommen also von Gott, wir gehen zu ihm zurück in die Ewigkeit, und wir haben eine unsterbliche Seele (einen anderen unsterblichen Körper), und alle Existenz besteht aus Gott. Wie sollte es auch anders sein, wenn Gott ewig ist und unendlich in Raum und Zeit, von Ewigkeit und Ewigkeit und trotzdem wie eine Person ein sehr liebevoller himmlischer Vater und eine ebenso liebende himmlische Mutter. Gott also immer diese Beziehung ist zur Ewigkeit. Der Neue Himmel und die Neue Erde beschreibt lediglich, dass die Evolution noch nicht fertig ist, dieser Endpunkt und das Ziel aller Dinge noch ausstehen. Nämlich ein im Endzustand völlig neues Weltall, mit anderen Naturgesetzen, in dem keiner geboren wird und niemand stirbt, sowie die Liebe Gottes alle Realität umfasst. Mehr können wir niemals als Wissen oder unsere Ahnung in unsere Räume stellen. Aber es dürfte von uns auch vermutet werden, dass wir abgezweigt sind vom Paradies zurück in diese sterbliche Existenz, um zu lernen, wie man Gott und seine Mitmenschen bzw. Mitkreaturen lieben kann. Da ist noch viel Luft nach oben und nach Gottes Maßstäben in der Zeit bleibt noch Ewigkeit als Zeitspanne übrig. Doch wenn wir sterben, gehen wir nur wie eine Tür in drei Sekunden in jene Welt, die schon am Zielpunkt ist, wie bei einem schnellen Zeitsprung. Daran glaube ich, aber es ist nur eine Annahme, die sich aber nicht dem logischem Denken entzieht. Denn eines der größten Geschenke unseres Gottes ist unser sehr großes Gehirn, das wenig weiß, aber das sehr Wenige doch ein stückweit erkennen kann. Wir können die pure Wirklichkeit nie sehen, erkennen nur was das Gehirn uns immer spiegelt !
Die Heilige Schrift bezeugt nicht, dass Gott Teil der Welt oder die Summe aller Dinge ist, sondern dass Gott der Schöpfer ist und die Schöpfung von ihm unterschieden bleibt. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (Genesis 1,1) meint nicht eine Emanation Gottes aus sich selbst, sondern einen freien, souveränen Schöpfungsakt aus dem Nichts (creatio ex nihilo). Genau darin liegt Gottes Allmacht – nicht darin, an eigene Naturgesetze gebunden zu sein, sondern diese erst zu setzen.
Die Vorstellung, alles Bestehende sei letztlich Gott selbst oder wir seien „Geist von Gottes Geist“, bewegt sich gefährlich nahe am Pantheismus, der weder biblisch noch christlich ist. Die Bibel spricht klar: Der Mensch ist Geschöpf, nicht (!) Teil des göttlichen Wesens. Unsere Würde liegt nicht darin, göttlich zu sein, sondern von Gott gewollt, geschaffen und geliebt zu sein (Psalm 8).
Auch die Deutung des „Neuen Himmels und der Neuen Erde“ als bloßen evolutiven Endzustand greift zu kurz. Die Offenbarung beschreibt keinen natürlichen Fortschritt, sondern einen eschatologischen Neuschöpfungsakt Gottes, der mit Gericht, Erlösung und Wiederherstellung verbunden ist (Offb 21). Die Welt wird nicht einfach „fertig“, sondern von Gott erneuert – durch Christus, nicht durch kosmische Selbstentwicklung.
Zudem widerspricht die Annahme, der Mensch sei aus dem Paradies „abgezweigt“, der biblischen Lehre vom Sündenfall. Der Mensch ist nicht zum Lernen in die Sterblichkeit geschickt worden, sondern hat sich durch Ungehorsam von Gott getrennt (Genesis 3). Erlösung geschieht daher nicht durch Erkenntnis oder Evolution, sondern allein durch Jesus Christus, Sein Kreuz und Seine Auferstehung (Johannes 14,6)!
Unser Verstand ist begrenzt. Aber gerade deshalb ist Gottes Offenbarung entscheidend. Der christliche Glaube gründet nicht auf Spekulation, sondern auf Gottes konkretes Handeln in der Geschichte. „Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber durch das Wort Christi“ (Römer 10,17).
Nicht ein sich selbst erklärendes Universum gibt dem Menschen Sinn, sondern ein personaler Gott, der die Welt geschaffen hat, sie erhält und sie eines Tages richten und neu machen wird. Christlicher Glaube ist nicht eine moderne Schöpfungsmythologie, sondern Vertrauen auf den lebendigen Gott, der sich in Seinem Wort klar und verbindlich offenbart hat.
Jesaja 45, 18:
Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott –, der die Erde gebildet und sie gemacht hat – er hat sie gegründet, nicht als eine Öde hat er sie geschaffen, sondern zum Bewohnen hat er sie gebildet: Ich bin der HERR, und sonst gibt es keinen Gott!
Wenn Gott allmächtig ist, kondensiert sich in seinen Worten Wirklichkeit
Stimmt nicht, : Die Bibel spricht an mehreren Stellen davon, dass Gott „alles in allen“ sein wird und dass er „in allen“ wirkt. Besonders deutlich wird dies in Epheser 4,6 („ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen“) und in 1. Korinther 15,28. Dass wir Gottes Ebenbild sind bzw. sein sollten, gehört zu den Grundfesten unseres Glaubens, dem kommt das katholische Bekenntnis auch nach, dass wir auch Geist von Gottes Geist seien. Dies glauben durchaus wir Evangelische, obwohl wir auch noch alle Sünder, aber doch Begnadigte sind. Und selbstverständlich steht am Ende aller Zeiten ein Endzustand, der auch eine völlige Neuschöpfung ist. Allerdings wenn die Ewigkeit zeitlos ist, dann ist sie auch auf einer anderen Ebene bereits vorhanden. Dies kann niemand für unlogisch halten. Ich habe auch nicht behauptet, die Evolution sei kein Werk Gottes, sondern von der Urschöpfung, über den Urknall bis heute bzw. bis zum Neuen Himmel und Neue Erde ist alles Gottes Werk. Aber von daher weiß der Baum, dass er im Herbst seine Blätter abwerfen muss. Dass das Wort Gottes nicht aus der Predigt kommt, habe ich definitiv nicht geschrieben, aber unser Gehirn ist so groß, dass wir unseren Gott – wenigstens ein kleines Stück – in seiner Schöpfung erkennen können. Ich kann mir nicht vorstellen, dieses zu verneinen. Wir haben aber keine absolute Weisheit, dazu müssten wir alles was existiert – also das Universum – von außen betrachten können. Eine absolute Grenze ist unser Gehirn und dies zeigt uns in seinem Schmalformat, was es uns als Gehirn als (seine) Wirklichkeit spiegelt. Dies dürfte nicht nur in der Philosophie so anerkannt werden, sondern insbesondere eine Erkenntnis der Naturwissenschaft, Neurologie und Theologie sein.
Geradezu gegenteilig habe ich formuliert, dass ein sich selbsterklärendes Universum sich in der Art und Weise, wie solche Theorien heute begründet sind, nicht glaubhaft wird. Und dass es sonst keinen Gott gibt als ihn und auch keine Macht göttlicher Art gegen ihn, kann daher auch nicht die Natur zu Gott machen. Aber Gottes Naturgesetze dürfte es geben, dies ist logisch und dass Gott nicht selbst auch dagegen verstößt, macht auch unsere menschliche Logik aktuell. Wäre es verboten zu denken, könnte ich hier und kein anderer irgend etwas schreiben, was der Erkenntnisfähigkeit entspricht. Denn warum sollte uns Gott so geschaffen haben, mit der Gabe nachzudenken? Ich betreibe keine Spekulation und die Tatsache eines Urknalles, einer Ursingularität, ist durchaus christlich anerkannt und sie ist ebenso zumindest hilfsweise gültig, wenn oder sobald wir es besser wissen. Ich glaube aber auch, dass unsere menschliche Erkenntnisfähigkeit sehr begrenzt ist, aber Sie – lieber Adrian – wollen sie gerne noch so weit einschränken, dass sie nicht mehr besteht? Heute steht so nicht mehr auf der Agenda unserer Kirche/n, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht und niemand über Sein und den Sinn auch der Existenz nachdenken darf. Der Gott, welcher ein unendliches Universum erschuf, ist viel größer als jener, den man sich in Altertum und Mittelalter vorstellte und der überwachte, dass wir nicht zu viel wissen können. In Wirklichkeit stellt heute die Wissenschaft immer stärker fest, dass sie die Welt in ihren Grundfesten nicht begreifen. Diese große Grenze ist liegt schon in der Quantenphysik, die nur noch Wahrscheinlichkeiten kennt und keinerlei Kausalität. Schlussbemerkungen: Aus was sollte Gott dann im Nichts vor der Schöpfung alles gemacht haben? Hier könnte nur argumentiert werden, dass seine Gedanken die Wirklichkeit erschufen, sein Denken die Wirklichkeit bestimmt und dann ist alles was existiert auch nur eine Wirklichkeit Gottes. So begegnet uns Gott in seinen Kreaturen und im Menschen ebenso (indirekt) stets selbst. Oder wie sollte man (bildlich) sonst Ebenbilder Gottes verstehen? Selbst Gottes Liebe ist dann in unseren Naturgesetzen immanent. Damit werde ich kein Kreationist, ich behaupte nicht Gott sei der Ingenieur von allem: Er ist ja viel mehr, nämlich alles was in Summe existiert.
Lieber Herr Hehner,
an einigen Stellen fällt es mir schwer, Ihrer Argumentation zu folgen, trotzdem möchte ich versuchen, meine Gedanken nochmals zu formulieren.
Zunächst zu den von Ihnen angeführten Bibelstellen (Eph. 4,6; 1. Kor. 15,28): Diese Texte lehren keine Wesensidentität zwischen Gott und Schöpfung. Wenn Gott „in allen“ wirkt oder am Ende „alles in allem“ sein wird, beschreibt die Schrift seine umfassende Herrschaft, Gegenwart und Zielbestimmung der Welt, nicht aber eine ontologische Auflösung Gottes in der Welt. Die Bibel hält konsequent an der Unterscheidung fest: Gott ist der Schöpfer, alles andere ist Schöpfung (Gen. 1,1). Diese Unterscheidung ist kein philosophisches Konstrukt, sondern biblisches Fundament.
Die Schöpfung ist ohne Christus nicht zu denken:
„Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen.“ (Kolosser 1,16)
„Alle Dinge sind durch dasselbe geworden.“ (Johannes 1,3)
Jesus Christus als das Wort Gottes (Logos) steht im Zentrum – auch bei Fragen zum Urknall oder zum Ursprung des Universums. Wenn Raum, Zeit und Materie einen Anfang haben, dann kann dieser Anfang nur aus dem Wort Gottes hervorgegangen sein. „Gott sprach – und es geschah“ (Ps 33,6–9) beschreibt den Ursprung aller Wirklichkeit, nicht physikalische Prozesse. Naturgesetze erklären, wie Dinge ablaufen, aber nicht, warum es überhaupt etwas gibt. Der Urknall ist also aus christlicher Sicht Teil von Gottes Schöpfung. Hier Sind wir uns einig, wenn ich Sie richtig verstehe.
Problematisch wird es, wenn man sagt, alles Existierende sei letztlich Wirklichkeit Gottes selbst. Die Bibel kennt keinen Gott, der in Welt und Mensch aufgeht. Gott spricht, ruft, unterscheidet und liebt – nur so sind Beziehung, Verantwortung und Erlösung möglich.
Ebenbild Gottes zu sein heißt nicht, dass der Mensch Teil von Gottes Wesen ist. Michael S. Heiser erklärt es meiner Meinung nach treffend:
„Being created in God’s image is not about sharing God’s essence. It is about being appointed as God’s representative, to rule on his behalf.“
(Michael S. Heiser, The Unseen Realm)
Als Ebenbilder Gottes sollen wir ihn in der Schöpfung repräsentieren und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig wohnt Gott im Menschen – aber nur durch Wiedergeburt und Glauben an Jesus Christus:
„Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“ (Joh. 3,5) (!)
„Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes, der in euch wohnt.“ (1. Kor. 6,19) (!)
Der Heilige Geist erneuert den Gläubigen und macht ihn zu einem neuen Menschen (2. Kor. 5,17). Gott bleibt Gott, der Mensch bleibt Mensch – und gerade das macht seine Gnade so groß.
Auch der Neue Himmel und die Neue Erde sind kein natürlicher Endpunkt, sondern ein neues Handeln Gottes (Offb 21). Die Welt wird nicht von selbst vollendet, sondern durch Christus erneuert.
Ich stimme Ihnen zu, dass unsere Vernunft ein wertvolles Geschenk Gottes ist, das wir nutzen sollen, um die Schöpfung zu verstehen und über Gott nachzudenken. Gleichzeitig darf Vernunft die Offenbarung nicht ersetzen, sondern muss sich der Wahrheit Christi unterordnen.
Gott hat sich uns in Jesus Christus offenbart. Gott ist größer als unser Denken, ja – aber er ist auch klarer, als wir ihn oft machen. Er ist der Schöpfer, wir sind seine Geschöpfe, und unsere Hoffnung liegt allein im Sohn, durch den und zu dem alles geschaffen ist.
> Die Schöpfung ist ohne Christus nicht zu denken:
Das Judentum z.b. scheint das ganz gut hin zu bekommen.