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Lüneburg: Doppelmord wegen Bekehrung zum Christentum

Ein aus dem Irak stammender Jeside hat am 4. Januar zwei Frauen in Lüneburg erstochen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag, dass das Motiv des mutmaßlichen Täters die Bekehrung seiner Frau zum Christentum gewesen war.
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Wie die Staatsanwaltschaft Lüneburg am Montag erklärte, hatte der Mann seine 32-jährige Frau und deren 33-jährige Freundin in der gemeinsamen Wohnung getötet. Er habe die Tat gestanden. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, gehen die Ermittler davon aus, dass der Jeside die Freundin extra eingeladen hatte, um sie zu töten. Das Ehepaar soll drei Kinder im Alter von elf, neun und acht Jahren gehabt haben.

„Der Grund dafür dürfte gewesen sein, dass seine Ehefrau sich von ihm trennen und zum christlichen Glauben übertreten wollte, wofür er die Freundin seiner Ehefrau mitverantwortlich machte“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Jeside habe die Opfer „mit mehreren Stichen aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch“ mit einem Küchenmesser getötet. Der Beschuldigte hatte offenbar gehofft, dass seine Frau nach der Tötung der Freundin aus Angst bei ihm bleiben würde, sagte die Sprecherin weiter. Als seine Frau jedoch um Hilfe rief, sei ihm klar geworden, dass sie nicht zu ihm halten würde. Daraufhin habe er sie ebenfalls mit einem Küchenmesser getötet.

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Freundin gehörte zu evangelischer Freikirche

Nach der Tat war der Mann zunächst wochenlang untergetaucht. Die Polizei konnte ihn schließlich am 23. Januar in Hamburg festnehmen. Die Behörden teilten mit, der Mann stamme aus dem Irak und sei wahrscheinlich 31 Jahre alt, aus anderen Papieren geht ein Alter von 38 hervor.

Wie die Evangelische Nachrichtenagentur idea berichtet, gehörte die Freundin der ermordeten Ehefrau zum festen Freundeskreis der Matthäus-Gemeinde, die dem Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden angeschlossen ist. Sie hatte laut Pastor Friedemann Pache eine Gemeindemitgliedschaft beantragt. Ihre jesidische Freundin sei gelegentlich in den Gottesdiensten gewesen, sagte Pache gegenüber idea. Die Matthäus-Gemeinde, die 120 Mitglieder hat, gehört dem Mülheimer Verband an. Dazu gehören 45 Gemeinden mit rund 4.300 Mitgliedern.

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Die religiöse Minderheit der Jesiden stammt aus dem Irak, aus Syrien, der Türkei und dem Iran. Seit August 2014 führt der Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Nordirak zu einer umfangreichen Flucht von Jesiden, weil sie von den Terroristen als Ungläubige verfolgt, versklavt und ermordet werden. Die größte Exilgemeinschaft gibt es in Deutschland. Hier leben bis zu 90.000 Jesiden, überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

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