Ein Beitrag der Kindernachrichtensendung „logo!“ hatte wegen seiner negativen Darstellung des Christentums für Kritik gesorgt. Jetzt hat das ZDF den Beitrag aus seinem Archiv entfernt.
In der „logo!“-Sendung vom 19. März wurden zwei Beiträge direkt hintereinander ausgestrahlt: ein überwiegend positiv gestaltetes Erklärvideo zum Ende des Ramadan und anschließend ein Beitrag über sinkende Kirchenmitgliederzahlen in Deutschland, der mit einem historischen Abriss des Christentums verknüpft war. In dem eher düster inszenierten Kirchenbeitrag wurden unter anderem Ablasshandel, Höllenangst und Machtmissbrauch im Mittelalter thematisiert.
An dieser Form der Darstellung gab es öffentliche Kritik, darunter von der Deutschen Bischofskonferenz und der Christlichen Medieninitiative PRO. Deren Geschäftsführer Christoph Irion legte eine förmliche Programmbeschwerde gegen den „logo!“-Beitrag ein.
„Nicht angemessene Darstellung“
Nachdem das ZDF bereits Ende März „Fehler“ eingeräumt hatte (pro berichtete), hat der Sender den betreffenden Beitrag jetzt aus dem Archiv entfernt, schreibt Intendant Dr. Norbert Himmler in einer Antwort (PDF) auf PRO und weitere Beschwerdeführer. Er räumte ein, dass die Kombination eines positiv dargestellten Beitrags zum Ende des Ramadan und eines kritischen Erklärvideos zur Kirche in der „logo!“-Sendung ein Fehler war. Dadurch habe „der Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung entstehen können“, was redaktionell nicht intendiert gewesen sei. Zugleich zeigt sich das ZDF selbstkritisch mit Blick auf den Inhalt des Kirchenbeitrags: Rückblickend sei man zu dem Schluss gekommen, „dass ein komplexes Thema in diesem Fall durch die kurze Darstellung und das Weglassen zentraler Aspekte nicht angemessen dargestellt wurde“.
Die Christliche Medieninitiative pro begrüßt die selbstkritische Reaktion des ZDF auf die Programmbeschwerden. In einer Pressemitteilung schreibt Geschäftsführer Christoph Irion, dass man die Reaktion von ZDF-Intendant Himmler „mit Respekt“ zur Kenntnis nehme. Zugleich fordert die Medieninitiative, die Programmbeschwerde dennoch im ZDF-Fernsehrat zu behandeln. Es gehe nicht nur um einen Einzelfall, sondern um grundsätzliche Fragen journalistischer Verantwortung bei religiösen Themen in Kindersendungen. Ziel sei es, „sicherzustellen, dass sensible religiöse Themen künftig sachgerecht, fair und ausgewogen behandelt werden“.
