Bei seinem Besuch auf der italienischen Insel Lampedusa beklagt Papst Leo XIV. die vielen Toten im Mittelmeer – und nimmt Europa in die Pflicht.
Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch auf Lampedusa laut einem Bericht von Vatican News Europa zu mehr Verantwortung in der Migrationspolitik aufgerufen. Die kleine Insel südwestlich von Sizilien wird auch als „Tor zu Europa“ bezeichnet und stellt auf der sogenannten „Mittelmeerroute“ eine wichtige Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten aus Afrika auf ihrem Weg nach Europa dar. Bei einer Freiluftmesse betonte der Papst die Notwendigkeit, humanitäre Hilfe mit langfristigen politischen Strategien zu verbinden. Ausgehend vom Gleichnis des barmherzigen Samariters mahnte Leo XIV., angesichts von Leid und Not nicht wegzuschauen, sondern Mitleid zu zeigen und zu helfen. Migration sei eine „historische Herausforderung“, die nur durch gemeinsame Anstrengungen bewältigt werden könne.
„Die Toten sind Opfer von Entscheidungen“
Mit Blick auf die zahlreichen Opfer im Mittelmeer fand der Papst besonders eindringliche Worte: „Die Toten in diesem Meer sind sowohl Opfer getroffener als auch ausgebliebener Entscheidungen.“ Damit kritisierte er politische Untätigkeit ebenso wie falsche Weichenstellungen. Angst, Gleichgültigkeit und wirtschaftliche Interessen hätten dazu beigetragen, dass Menschen weiterhin unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Europa fliehen.
Leo XIV. rief Europa dazu auf, sein „einzigartiges Potenzial“ zu nutzen und die Würde jedes Menschen zu schützen. Neben staatlichen Institutionen seien auch Zivilgesellschaft und Kirche gefordert. Seine zentrale Botschaft: „Niemand ist ohne Verantwortung.“ Jeder müsse entscheiden, ob er zur „Logik des Friedens“ beitrage – oder durch Gleichgültigkeit das Leid verschärfe.
Dies könnte Sie auch interessieren:
