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Sachsen-Anhalt: Zahl der antisemitischen Vorfälle steigt

Ein aktueller Bericht zeigt ein besorgniserregend hohes Niveau. Neben klassischem Antisemitismus spielt auch der Nahostkonflikt eine große Rolle.

Die Meldestelle RIAS Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2025 insgesamt 270 antisemitische Vorfälle dokumentiert – rund ein Drittel mehr als im Vorjahr, wie sie in ihrem aktuellen Jahresbericht mitteilt. Im Durchschnitt entspricht das etwa fünf Vorfällen pro Woche. Die Fälle reichen von Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu körperlichen Angriffen und Sachbeschädigungen.

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Auffällig ist laut Bericht insbesondere der starke Anstieg von Vorfällen mit Bezug zum Nahostkonflikt. Ihre Zahl hat sich mehr als verdoppelt, ebenso wie Fälle von israelbezogenem Antisemitismus insgesamt. Häufig wurden dabei Handlungen des Staates Israel zum Anlass genommen, Jüdinnen und Juden in Deutschland anzufeinden – so wie bei einem Vorfall im August in Halle, als ein pöbelnder Mann neben rechtsextremen und rassistischen Sprüchen auch „Alle Juden betreiben Genozid“ rief. Gleichzeitig verzeichnete RIAS eine erhebliche Zunahme antisemitischer Vorfälle im Internet, etwa durch Hasskommentare oder gezielte Einschüchterungen gegen jüdische Einrichtungen.

Neben diesen Entwicklungen bleibt auch klassischer Antisemitismus präsent – etwa in der Leugnung oder Verharmlosung der NS-Verbrechen. Vertreter jüdischer Organisationen bewerten die Entwicklung mit Sorge. „Antisemitismus hat viele Gesichter – doch keins ist harmlos“, betonen Inessa Myslitska und Rimma Fil vom Landesverband jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt. Die dokumentierten Vorfälle machten deutlich, dass antisemitische Anfeindungen für viele Betroffene eine konkrete Alltagserfahrung seien.

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