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Der Fall Graham: Absagen in Großbritannien, Kritik in Deutschland

Eigentlich hat der Evangelist Franklin Graham eine Tour durch Großbritannien und einen Auftritt in Deutschland geplant. Doch haben die Veranstaltungsorte reihenweise abgesagt. Der Auftritt in Köln soll jedoch nicht in Gefahr sein.
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Von Nathanael Ullmann

Franklin Graham tritt in große Fußstapfen. Sein Vater Billy Graham, auch bekannt als das „Maschinengewehr Gottes“, war einer der einflussreichsten christlichen Prediger der Welt. Seine Auftritte füllten ganze Stadien. 17 Mal war Graham senior in Deutschland zu Gast, unter anderem bei der ersten Auflage von proChrist 1993 in Essen. Sein Sohn tut es ihm gleich, führt die Billy Graham Evangelistic Association als Präsident und verkündet das Evangelium im großen Stil. Nun steht eine Tour durch Europa bevor. An acht Orten in England und in Köln sollte der Prediger auftreten. Wie geplant wird die Europareise jedoch nicht verlaufen können.

Denn Graham steht derzeit enorm unter Beschuss. Als erstes machten die Verantwortlichen des ACC Konferenzzentrums in Liverpool einen Rückzieher. Hier hätte der Evangelist eigentlich am 12. Juni auftreten sollen. Doch die Betreiber des Veranstaltungszentrums lösten die Verträge. Sie stießen sich an verschiedenen Aussagen Grahams. Dieser hatte mehrmals betont, dass Homosexualität eine Sünde sei. Außerdem hatte er den Islam als „sehr böse“ bezeichnet. Mehrere Positionen Grahams seien nicht kompatibel mit den Werten des Konferenzzentrums, sagte ein Sprecher der BBC: „Angesichts dessen können wir das Gleichgewicht zwischen Redefreiheit und der spaltenden Wirkung, die dieses Event in unserer Stadt hat, nicht länger in Einklang bringen.“ Liverpools Bürgermeister begrüßte die Entscheidung. Er twitterte, dass man Hass und Intoleranz nicht unbehelligt gewähren lassen könne, auch nicht von religiösen Gruppen oder Sekten.

Absagen in Großbritannien

Nach und nach folgten alle weiteren Städte der Großbritannien-Tour dem Beispiel Liverpools. Am gestrigen Mittwoch (5. Februar) zogen auch die Veranstalter in Newcastle ihr Angebot zurück. An allen Orten hatten sich LGBTQ+-Aktivisten, also Unterstützer unterschiedlicher sexueller Orientierungen, gegen die Veranstaltungen mit Franklin Graham ausgesprochen. Die Billy Graham Evangelistic Association UK vermeldete indes, die Tour werde wie geplant stattfinden. Die neuen Veranstaltungsorte stehen jedoch noch nicht fest.

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Nun sorgt Franklin Graham auch in Deutschland für Kritik. Hier soll der Prediger am 20. Juni beim „Festival of Hope“ in der Kölner Lanxess Arena auftreten. Die Veranstaltung ist als Großevent geplant. Unter anderem werden die Outbreakband und die Planetshakers dort spielen. Unmut gibt es unter anderem auf der Facebook-Seite der Veranstaltung. „Hassprediger haben hier nichts zu suchen“, heißt es da von einer Nutzerin. Andere nennen das Festival „indiskutabel“. Aus der Politik meldete sich der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann (Bündnis 90/Die Grünen) zu Wort. Die Lanxess Arena sei ein „Ort der guten Konzerte, der Lebensfreude, der Vielfalt“ Dazu passe der Auftritt eines „glasklaren Homofeindes“ wie Franklin Graham nicht, schreibt er auf Twitter. In einem offenen Brief bittet er den Geschäftsführer der Arena, dem Prediger keine Bühne zu geben.

Lanxess Arena prüft Veranstaltung

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Die Betreiber der Lanxess Arena meldeten sich daraufhin in mehreren Medien zu Wort: Man sei sich bewusst, dass diese Veranstaltung auch kritisch gesehen werde. Deswegen führe man Gespräche mit den Partnern und relevanten Interessenvertretern, um ein fundiertes Bild von der Situation zu erhalten und so alle Möglichkeiten „objektiv und wertneutral“ eruieren zu können.

Vonseiten des Festivals of Hope heißt es auf Anfrage von Jesus.de, dass das Festival wie geplant am 20. Juni in der Lanxess Arena stattfinden solle: „Es gibt immer eine Opposition, wenn da Evangelium verkündet wird und wir kommen und werden das Evangelium verkünden“, schreibt Festival-Direktor Hans Mannegren. Man freue sich darauf, die lebensverändernde Botschaft der Hoffnung und Gottes Liebe mit den Menschen in Deutschland zu teilen.

Liebe statt Hass

In einem Statement, das Jesus.de zur Verfügung steht, schreibt Franklin Graham, dass er sich auf die Veranstaltung in Deutschland freue: „Ich möchte, dass alle wissen, dass Gott sie liebt, dass sie ihm wichtig sind und dass er einen Plan für ihr Leben hat“, heißt es darin. Gott habe seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde gesandt, um uns von unseren Sünden zu erretten. Diese gute Nachricht sei für alle da und er wolle sie in Deutschland teilen. Gleichzeitig bekräftigt der Prediger in dem Papier seine Meinung zur Homosexualität: „Die Bibel sagt ganz klar, dass Gott die Ehe zwischen Mann und Frau geschaffen hat.“

Bereits zuvor hatte sich Graham auf Facebook zu den Absagen in Großbritannien geäußert. Auch dort schrieb er, dass er kommen werde, um Liebe zu predigen, nicht Hass. Außerdem lud er alle Mitglieder der LGBTQ-Community ein, selbst zu den Veranstaltungen zu kommen: „Ihr seid absolut willkommen.“

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