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Gefoltert und ermordet: Friedrich Weißler war der „erste Märtyrer“ der Bekennenden Kirche

Der Jurist Friedrich Weißler war evangelischer Christ mit jüdischen Vorfahren. Als Mitglied der Bekennenden Kirche protestierte er gegen das NS-Regime. Am 19. Februar 1937 wurde er im KZ Sachsenhausen brutal gefoltert und ermordet.
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Der aus Königshütte in Oberschlesien stammende Weißler war nach Studium, Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und Promotion und wissenschaftlicher Tätigkeit Richter in Magdeburg, ab 1931 Landgerichtsdirektor. Eine Kampagne gegen Weißler als „nichtarischen“ Richter endete mit seiner Entlassung aus dem Staatsdienst. Weißler trat in den Dienst der Bekennenden Kirche ein und wurde Verwaltungsleiter der Vorläufigen Kirchenleitung der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK). Im Jahr 1936 wirkte er an der Erstellung der „Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der deutschen Evangelischen Kirche“ mit.

Die Anfang Juni 1936 an Adolf Hitler übergebene Denkschrift des radikalen Flügels der Bekennenden Kirche gilt als eines der großen Dokumente des gewaltlosen Widerstandes im NS-Staat. In deutlichen Worten wird darin gegen Antisemitismus, die Existenz von Konzentrationslagern, die Abschaffung des Rechtsstaates und die Willkür der Geheimen Staatspolizei Stellung bezogen. In der Denkschrift wagten es die Leiter der Bekennenden Kirche über den kirchlichen Bereich hinaus auch Kritik an der gesellschaftlichen Entwicklung im NS-Staat zu üben.

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Die Schrift war ursprünglich als vertrauliche Eingabe an Hitler geplant. Sie erschien jedoch in den „Basler Nachrichten“ und wenig später übersetzt in der „New York Herald Tribune“. Ein massives Vorgehen gegen Angehörige der Bekennenden Kirche war die Folge. Anfang Oktober 1936 verhaftete die Gestapo unter anderem Weißler. Nach seinem grausamen Tod im Februar 1937 im Konzentrationslager Sachsenhausen gilt er als „erster Märtyrer der Bekennenden Kirche“.

„Zeuge der Wahrheit“

Er und viele weitere Männer und Frauen seien „als Zeuginnen und Zeugen der Wahrheit des Evangeliums ermordet“ worden, heißt es in einer Erklärung der EKD. „In einem tiefen persönlichen Glaube ist Friedrich Weißler, von seiner Kirche im Stich gelassen, seinen Weg in den Tod gegangen.“

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„Friedrich Weißler ist in einer Zeit himmelschreienden Unrechts für eine klare Positionierung der Kirche gegen Antisemitismus und die Konzentrationslager eingetreten“, so der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. „Er hat dafür mit seinem Leben bezahlt. Die Erinnerung an diesen ersten Märtyrer der Bekennenden Kirche ist für uns als Kirche Verpflichtung, aus der Geschichte zu lernen und heute in aller Klarheit für die Menschenwürde einzutreten.“

Im Jahr 2005 wurde im Konzentrationslager Sachsenhausen ein Denkmal für Weißler errichtet. Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber würdigte Weißler damals und erklärte: „Wir tragen als Kirche schwer an dem, was Friedrich Weißler angetan wurde. Auch die Bekennende Kirche, für die Friedrich Weißler gearbeitet hat und als deren Glied er sich fühlte, trat ihm nicht zur Seite. Dazu bekennen wir uns als Evangelische Kirche in Deutschland. Wir bekennen uns zu unserer Geschichte, die in diesem Fall eine Geschichte der Schuld ist.“

Quelleepd

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