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Ökumenisches Gedenken an den „Prediger von Buchenwald“

Weil er sich der NS-Ideologie widersetzte, verschleppten die Nazis Pfarrer Paul Schneider ins Konzentrationslager Buchenwald, folterten und töteten ihn. Die Kirche erinnert am Freitag an den evangelischen Geistlichen.

Von 1937 bis 1939 war Pfarrer Paul Schneider in Buchenwald inhaftiert. Nach Folter und Misshandlung tötete ihn Lagerarzt Erwin Ding am 18. Juli 1939 mit einer Überdosis Strophanthin. Drei Tage später wurde er in Dickenschied im Hunsrück beerdigt, wo er von 1934 bis 1937 Pfarrer war. Unter seinen Mitgefangenen war er als der „Prediger von Buchenwald“ bekannt. Papst Johannes Paul II. (1920–2005) würdigte ihn im Jahr 2000 stellvertretend für alle Protestanten, die ihren Glauben mit dem Leben bezahlten, als einen „Blutzeugen des 20. Jahrhunderts“.

Schneider hatte als Pfarrer und Mitglied der Bekennenden Kirche wiederholt Widerstand gegen den NS-Staat geleistet. 1937 wurde er in das KZ Buchenwald deportiert. Nach seiner Weigerung, beim Häftlings-Appell zum Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April 1938 mit dem Abnehmen der Kopfbedeckung die Hakenkreuzfahne zu grüßen, erhielt er verschärfte Einzelhaft. Trotz schwerer Misshandlungen habe er bis zu seiner Ermordung weiter das Evangelium verkündet. Von seiner Zelle aus rief er Mitgefangenen auf dem Appellplatz wiederholt Worte der Ermutigung zu.

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Ökumenische Gedenkfeier

In das diesjährige Gedenken werden laut mitteldeutscher Kirche auch die beiden katholischen Priester Otto Neururer (1882–1940) und Matthias Spanlang (1887–1940) einbezogen. Auch sie seien in Buchenwald grausam ermordet worden, da sie einem Mithäftling auf seinen Wunsch hin Taufunterricht gegeben hatten. Alle drei Geistlichen seien mit ihrem Gottvertrauen für ihre Mithäftlinge und für alle nachfolgenden Generationen zum Zeichen christlicher Glaubensstärke geworden, sagte der Weimarer Pfarrer Peter Gümbel.

Geplant sind eine Kranzniederlegung und ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Appellplatz der Gedenkstätte. Das Gedenken wird von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde gemeinsam mit der Katholischen Pfarrgemeinde Weimar gestaltet.

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2 Kommentare

  1. Ja, ich bin erschüttert über das, was damals geschah. Ich sah die sechsteilige Fernsehserie Frieden, oder auch Davos 1917

  2. Ich halte dieses Gedenken für sehr wichtig.

    Denn es waren damals nur sehr wenige, die widersprochen haben und ich befürchte, es wären heute nicht sehr viel mehr.

    Gerade im.Nachkriegsdeutschland und den 50er und 60er Jahren war Widerstand gegen die Nazis oft verpönt und Widerständler und Opfer mussten sich gar dafür rechtfertigen.

    Solches Gedenken ist daher sehr wichtig. Nicht um zu zeigen, dass damals doch Kirche und Gesellschaft eigentlich gut waren, denn das waren sie in großer Mehrheit nicht. Sondern als Zeichen, was richtig ist.

    Heute wird ja schon wieder u.a. mit Fliegenschiess relativiert.

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