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Haben Kirche und Rock’n Roll etwas gemeinsam?

Out of the Box – Weil wir wunderbar gemacht sind

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Die zweiwöchentliche Kolumne von Tom Laengner


Viel Nostalgie, wenig Dynamik. So empfindet Tom Laengner den Zustand der Kirchen heute – und wünscht sich mehr Rock’n Roll.

Gestern habe ich mir im Internet Gebrauchtwagen angesehen. Heute auch. Wenn ich auf sowas zurückgreife, dann weiß ich, dass es mir so richtig halbgut geht. Vielleicht hatte das auch mit einem Telefonat zu tun. Da erzählte mir eine Freundin von Aufbrüchen in der Kirche und wie es vorangeht. Sie war kaum zu bremsen. Doch leider wurde sie nicht konkreter. Noch mittendrin klingelte es penetrant an der Haustür und wir legten auf. Wo sollen diese Aufbrüche sein? Ich persönlich sehe nicht viel davon. Vielleicht kenne ich mich einfach zu wenig aus. Und während ich über Durchschlagskraft von Kirche und Konsorten nachsann, kam mir der us-amerikanische Musikant Bill Haley in Erinnerung.

Als Haley 1958 im Berliner Sportpalast ‚Rock around the clock‘ spielte, war das eine große Sache. Der Saal war rappelvoll und die Menschen drängten sich in Stuhlreihen. Am Ende der Veranstaltung allerdings nicht mehr alle. Junge Erwachsene hatten während des Konzertes Teile der Bestuhlung zerlegt. Das war eine schlimme Sache. Kirchen warnten. Eltern verstanden die Welt nicht mehr.

Wäre ich ein prima Pharisäer?

Was mich dabei an Jesus erinnert? Na ja, vielleicht zum Beispiel die Geschichte mit der Peitsche und dem Tempel. Jesus hat doch damals immer wieder zur falschen Zeit den falschen Leute geholfen, mit ihnen geredet und Zeit mit ihnen verbracht. Und so warnten die Kirchen und die Eltern verstanden die Welt nicht mehr.

Ehrlich gesagt wäre es mir vielleicht genauso gegangen und ich wäre ein prima Pharisäer geworden. Wer will das schon so genau wissen.

Heute wird die Musik von Bill Haley allenfalls auf Nostalgieveranstaltungen oder in der Seniorenresidenz auf dem Sommerfest zum Besten gegeben. Ich finde das eigentlich auch da ganz schön. Doch von der einmal aufrüttelnden Dynamik der Musik nicht mehr viel übrig ist. Warum mich das so bewegt, wo mir doch an ‚let the good times roll‘ nicht viel liegt?“

Geht die Geschichte des Christentum nicht in eine ganz ähnliche Richtung? Viel Nostalgie, viele Senioren; doch von der einst aufrüttelnden Dynamik ist nicht mehr viel zu spüren? Da schaudert es mich.

Religion ist „Geschäft mit Gott“

Nun liegt mir wenig an Religion jeglicher Art. Ich finde, dass sie ein Geschäft mit Gott ist. Dabei fragt sich ein Mensch, was er für Gott tun muss, damit dieser tut, was der Mensch gerne hätte. Davon halte ich persönlich wenig. Doch eine Frage verfolgt mich. Und die lautet: „Wo sind die glänzenden Augen, das ungezähmte Leben und die riskante Liebe geblieben, von der ich über Jesus in der Bibel lesen kann?“

So wie ich ihn kenne, ist er nicht mit einem Rollator unterwegs und wünscht sich den Glanz der alten Zeiten zurück. Doch vielleicht könnte ich ihn mit ein wenig mehr Rock and Roll begeistern. Vielleicht! Was würde ich zum Beispiel machen, wenn ich von Herzen darauf vertrauen würde, dass Jesus hinter mir steht? Wäre ich dann bereit, mit den Menschen zu reden, mit denen man ja heute nicht reden kann? So wie er es immer getan hat. Und täte ich das das Richtige, nur weil es das Richtige ist? Das hat Jesus doch auch immer so gemacht. Oder habe ich das was falsch verstanden? Vielleicht wachen dann Mahner und Warner auf, wenn sie das erleben. Die Menschen, die auch zu seiner Zeit eigentlich nie mehr nur besorgt waren. Das wäre was für mich. Und vielleicht ist das auch schon eine Menge Rock’n Roll?

Alle Kolumnen von Tom Laengner findet ihr hier.


Tom Laengner ist ein Kind des Ruhrgebiets. Nach 20 Jahren im Schuldienst arbeitet er journalistisch freiberuflich und bereist gerne unterschiedliche afrikanische Länder. Darüber hinaus arbeitet er als Sprecher für Lebensfragen und Globales Lernen. In seiner Kolumne „Out of the Box – Weil wir wunderbar gemacht sind“ schreibt er regelmäßig über Lebensfragen, die ihn bewegen.

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