Pfarrerinnen und Pfarrer sollen in der Evangelischen Kirche im Rheinland künftig nicht mehr verbeamtet werden. Damit könnte die Landeskirche mehrere Millionen Euro einsparen.
Die zweitgrößte deutsche Landeskirche strebt eine Umstellung auf privatrechtliche Dienstverhältnisse an, wie die Landessynode in Bonn beschloss. Ein konkreter Vorschlag soll der nächsten rheinischen Synode in einem Jahr vorgelegt werden. Voraussetzung für die Veränderung ist, dass sich keine Risiken für die Landeskirche ergeben, «die in einem Missverhältnis zu den Chancen stehen».
Hintergrund ist, dass mit jeder neu verbeamteten Pfarr- oder Verwaltungsperson Rechtsverpflichtungen für rund 60 Jahre eingegangen werden. Diese Versorgungslasten will man künftigen Generationen nicht mehr aufbürden. Angestelltenverhältnisse sind Berechnungen zufolge zudem auf Dauer rund eine Million Euro günstiger. Den grundsätzlichen Beschluss für den Umstieg fasste das Kirchenparlament nach langer und intensiver Debatte mit zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen.
Die Umstellung soll möglichst mit allen 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angegangen werden, im Zweifelsfall nur mit einigen oder notfalls auch alleine. Nach Einschätzung des Saarbrücker Superintendenten Christian Weyer gibt es in der EKD derzeit einen «starken Zug», ergebnisorientiert das Dienstverhältnis umzustellen: «Es sind nur noch wenige Landeskirchen, die das wirklich ablehnen», sagte Weyer, der auch Vorsitzender des Finanzausschusses der EKD-Synode ist. Diejenigen, die nichts verändern wollten, hätten ein anderes Gehaltsniveau oder andere Bedingungen für verbeamtete Pfarrpersonen.
Kirchliche Hochschule Wuppertal wird Bildungscampus
Die Kirchliche Hochschule Wuppertal wird ihren Betrieb in bisheriger Form spätestens Ende März 2027 einstellen und soll zu einem theologischen Bildungscampus umgewandelt werden. Das beschloss die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Donnerstagabend in Bonn nach langer Debatte mit 141 Ja-Stimmen bei 16 Gegenstimmen und 20 Enthaltungen.
Das Konzept sieht vor, dass aus der bisherigen Hochschule eine Weiterbildungsgesellschaft wird, die Akademisches und Praxis miteinander verbindet. Dafür ist eine Kooperation unter anderem mit der Bergischen Universität Wuppertal geplant. Der Beschluss ist eine Reaktion auf Sparzwänge der rheinischen Kirche, die bis 2030 Einsparungen von 33 Millionen Euro plant. Die Mittel der Landeskirche für die Kirchliche Hochschule von derzeit jährlich 2,8 Millionen Euro sollen bis spätestens 2031 halbiert werden.
Laut dem Beschluss soll der Studiengang «Master of Theological Studies» auf dem neuen Bildungscampus fortgeführt werden. Er ermöglicht einen Quereinstieg ins Pfarramt. Das grundständige Theologiestudium fällt allerdings weg.

Aus dem Beamtenstatus der Pastoren ergibt sich allerdings auch die besondere Treuepflicht, die angestellte Pastoren nicht haben.
Nur angestellte Pastoren hätten diesbezüglich Folgen:
– keine 6-Tage-Woche und klare geregelte Arbeitszeiten
– Streikrecht der Pastoren
– Einschränkung der Weisungsbefugnis des Arbeitgebers, was z.B. den Dienstort angeht
– Pastoren dürften sich politisch, auch parteipolitisch, viel stärker engagieren
und einiges mehr
Quelle: https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/zwischen-flexibilitaet-und-kostenersparnis-der-beamtenstatus-von-pfarrpersonen-auf
Ach übrigens: Man spart zwar Pensionen, aber man muss dann während der Berufszeit deutlich mehr Sozialabgaben als Arbeitgeber zahlen. Und wandelt man Beamte in Angestellte gar um, sind die kompletten Zeiten nachzuversichern. Letzteres gilt als nicht bezahlbar. Man hätte also gleichzeitig teure Pensionäre und teure aktuelle Angestellte. Daran ist damals schon Schleswig-Holstein gescheitert, als sie Lehrer*innen nicht mehr verbeamten wollten.
Liebe Leute, Kirchensteuer und beamtete Pfarrpersonen gib es nur in maximal 5 von rund 200 Staaten dieser Erde. Unsere Steuerkirchen können sich das einfach nicht länger leisten. Im übrigen erschaudere ich, wenn ich auf meinen Beitrag zur (erzwungenen) privaten Krankenversicherung schaue. DA haben es angestellte Geistliche besser.
Sehr geehrter Hr Peter B-K,
wissen Sie, dass Sie bei ihrer PKV einen viel guenstigeren „wie-GKV-Leistungen“-Tarif waehlen koennten?
(finanztip.de/pkv/pkv-tarif-wechsel/)
Klar, waere dann halt nur „angestellte Geistliche“-Niveau 😉 (keine Priviligierung mehr)
LG und gesegneten Ruhestand
Joerg
Man bekommt bei jeder Beitragserhöhung eine Auswahl von günstigeren Tarifen, in die man wechseln könnte. So ist das Gesetz
Muss also kein gkv-ähnlicher Tarif sein.
Die Verbraucherzentrale hilft beim Leistungsvergleich.
Geld ist ein wunderbarer Zuchtmeister zum Realismus.
Am Ende des Geldes, endet auch Wokismus, Dekadenz, Bedienermentalitaet, Sozialismus, Kommunismus, Faschismus, etc …
aber auch soziale Wohltaten, Subventionen, Energie“wenden“, Asyl-Industrie, …
Hilfen werden wieder auf Hilfe zur Selbsthilfe beschraenkt werden, Beduerftigkeit auf wirklich Beduerftige, Starthilfen nur fuer eine Startphase …
Eigenverantwortlichkeit, Fleiss, Tugend, Integrationswilligkeit werden dagegen aufgewertet werden?
Als naechstes noch die Deckelung/Senkung der Beamtenpensionen samt KV-Beihilfe, bitte!
LG Joerg
Unmöglich ist in Zukunft nichts
Nun ja, lieber Joerg: Ich gehöre nicht zu der Gilde der Theologinnen und Theologen. Aber hier darf ich guten hier Gewissens feststellen, daß ein/e Pfarrer:in vergleichsweise soviel verdient wie normalerweise die Lehrperson am Gymnasium. Es gibt wahrscheinlich kaum einen Religionsdiener in einer Kirchengemeinde, der in seinem Berufsalltag auskommt mit 38,5 oder 40 Wochenstunden. Nun gibt es unter Menschen, auch uns Frommen und bei BerufschristInnen Spreu und Weizen und ich will nicht alle generalisierend auf einen Sockel stellen. Aber hier, beabsichtigt oder vielleicht nicht, kommt leicht polemischer Querschuss mit Wokismus, Dekadenz, Bedienermentalitaet, Sozialismus, Kommunismus, Faschismus. Aber solche Sprache ist weder christlich noch sachlich. Und wenn es – hier als wirkliche kirchliche Hilfe und Unterstützung gemeint sein könnte – dies nur auf wirklich Bedürftige eingeschränkt zu wissen, stellt die deutliche Frage: Wie definieren wir als bedürftig? Seelsorge, oder gar das christlich zu verstehende gemeinsame Lastentragen, kann auch weit darüber hinausgehen. Jesu Wort scheint mir wichtig, zwei Meilen mit dem zu gehen der von uns nur eine Meile abfordern will. Mehr ist immer besser als weniger. Und selbstverständlich ist die Generallehre und -methode auch der sozialen Arbeit immer „Hilfe zur Selbsthilfe“. Aber auch da kann jeder mehr tun als er muss.
Die Deckelung der Beamtenpensionen ist eigentlich bei dem Thema, ob Pfarrer:innen Angestellte sind, völlig fehlt am Platz. Das Erstere ist die Einführung einer Neiddebatte und das Zweite, warum Betreffende Angestellte oder kirchliche Beamte sein sollen, eine ganz andere Thematik. Da geht es nämlich darum, daß Angestellte leichter zu entlassen sind als Kirchenbeamte, wobei die Kirchenbeamten, also Pfarrer:innen, doch mehr geschützt sein dürfen wie etwa Richter, um unabhängig zu sein. Also in der Zeit nach der Kirchensteuer nicht anders predigen, damit den guten Spendern die Gemeindearbeit gefällt und sie dies auch dann mit guten Zuwendungen gern belohnen. Da ist den Evangelischen auch noch sehr bewusst, daß im Dritten Reich die Nazis ganz schnell die Kirche unterwanderten und abgöttisch machen wollten. Nur war es kein Geld, sondern die Ideologie. Man stellte nämlich (schein-)demokratische eigene Wahllisten auf. Immerhin ein beamteter Pfarrer wird als einemArbeitgeber verstandenen Kirchen nicht fristlos gekündigt, etwa weil er etwas angeblich falsches predigte. Dazu muss man auch vor ein neutrales kirchliches Gericht. Und vielleicht hat er ja nur die Bergpredigt ernst genommen und sich gegen Krieg gewendet und der Waffe als Instrument des Todes keine große Ehrerbietung gewünscht. Da kann ein großer Waffenkonzern, der viele Arbeitsplätze in einer Stadt schafft, auch schon mal harte Forderungen an eine einknickende Kirchenleitung stellen. Natürlich ist dies nur meine Phantasie, heute wäre es unmöglich. Aber nie unmöglich ist nichts. Auch nicht bei unserem starken politischen Rechtsruck hier und in Europa.
Moin Bernd,
wie immer – Sie argumentieren faktenfrei, losgeloest mit Moral.
Aber Sie beantworten nicht die offensichtliche Fragen:
– Woher soll das Geld kommen, wer soll die Pensionen bezahlen, wenn die Kirchenmitglieder schwinden oder wegen Alterung das Kirchensteueraufkommen drastisch sinken wird?
Fakten auszublenden, ist typisch fuer Verblendung?! 🤷♂️
LG Joerg
> ls naechstes noch die Deckelung/Senkung der Beamtenpensionen
wird schwierig, da diese schon derzeit teilweise verfassungswidrig niedrig sind.
Oh, sorry, das passt natürlich nicht zu den Vorurteilen, die man so hat.
https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/vg-hamburg-20b1421-richter-besoldung-richterbesoldung-bverfg-beamte
https://justiz.hamburg.de/gerichte/oberverwaltungsgericht/presse/aktuellepresseerklaerungen/verwaltungsgericht-hamburg-vorlage-von-verfahren-zur-besoldung-im-jahr-2022-an-das-bundesverfassungsgericht-980442#:~:text=Nach%20den%20heutigen%20Entscheidungen%20des,%C3%84nderungen%20durch%20das%20Besoldungsstrukturgesetz%20verfassungswidrig.
https://www.zeit.de/news/2024-12/09/gutachten-beamtenbesoldung-in-nrw-verfassungswidrig
https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung.1398135.php
usw.
Moin Chey,
ueberlege mal, Gesetze sind in Schriftform geronnene Moral.
Aendern sich die Fakten, dann die Mehrheiten, werden einfach alle Gesetze mit einem Federstrich geaendert!
Man darf nicht … weil das Verfassungsgericht, das europaeische Gericht, …. ist unrealistischer Kinderkram.
Gesetze werden geaendert, dauernd, … wenn etwas unbezahlbar wird, werden die Gesetze, die vernuenftige Aenderungen verhindern, weggefegt werden.
Mach‘ die Augen auf, das geschieht ueberall auf der Welt.
LG Joerg
> Gesetze werden geaendert, dauernd
Unter Einhaltung der Verfassung, sonst kassiert das Verfassungsgericht die Änderung gleich wieder ein.
Das ist kein Kinderkram sondern nun mal Recht.
Die Kirchen können nicht einfach Menschen zu Beamten ernennen, diese arbeiten lassen und dann sagen, sorry, aber die Gehälter und Pensionen bekommt ihr nicht mehr oder eben nur auf oder unter Sozialhilfeniveau.
Es haben ja nicht nur Kirchen (oder Arbeitgeber) Rechte sondern auch die Menschen, die bei ihnen arbeiten. Ich gebe zu, ein merkwürdiger Gedanke: Arbeitnehmerrechte. Fast schon Kommunismus.
Moin, @Chey
Wie ist dann also dein Vorschlag, wer soll die Pensionen bezahlen, wenn zu wenig Geld reinkommt?
Meiner Meinung nach, sind in die Zukunft gerichtete, staatliche Versprechen alle verhandelbar (eine Schoenwetter-Illusion).
Aendern sich die Fakten, aendert sich das Recht, ueber kurz oder lang – immer … Alles andere ist naiv.
Wahrscheinlich, ist keine drastische Kuerzung, einverstanden; sondern eine mittelfristige Inflationierung (Erhoehung der Renten/Pensionen unterhalb der Geldentwertung). Das ist der beste politische Weg – geht ohne Revolution.
LG und hoffentlich reicht es fuer deine Pension noch moeglichst lange 😉
Joerg
Mein persönlicher Status tut nichts zur Sache
Mich interessiert halt das Thema, allerdings eigentlich nicht die Kirchenbeamten sondern die staatlichen Beamten.
Nach meiner persönlichen Meinung gehört der Beamtenstatus abgeschafft. Nicht aus finanziellen sondern aus gesellschaftlichen Gründen.
Ich halte Besmte nicht für staatstragender und verlässlicher als Angestellte. In den meisten Bereichen des öffentlichen Dienstes gibt es eh beides nebeneinander.
Warum sollen nicht alle streiken können? Ist ein Grundrecht. Warum dieses besondere Treueverhältnis? Wir leben in einer Demokratie.
Beamtenstatus ist überholt. Und viele Demokratien kommen gut ohne aus. Es sind heute eigentlich bezahlte Streikbrecher.
Aber ich nehme vielleicht gerade wegen meiner Meinung die Schwierigkeiten und Hindernisse, insbesondere rechtliche und finanzielle, ernsthaft zur Kenntnis.
Populismus und Beamtenbashing führt hier zu keiner Lösung
Ganz nettes Geplaudere um den heissen Brei herum, Chey, aber
– WER soll jetzt die Pensionen bezahlen?
– WAS soll dafuer gekuerzt werden, wenn das Steueraufkommen nicht reicht?
Von mir aus kannst du ankreuzen:
a) ich weiss es auch nicht, aber die Gesetze muessen eingehalten werden 🤦♂️
b) die anderen? 😉
c) Schulden machen (also schliesslich bezahlen die Juengeren)?
d) alle muessen den Guertel enger schnallen, besonders Chey, Hr. Hehner, und meinetwegen auch ich 😂😂😂
[gestrichen – MfG, das JDE-Team]
LG Joerg
Die Kirchenpensionen sind von den Mitgliedern zu zahlen. Da kommt die Kirche nicht drum rum.
Sie hätte Rückstellungen bilden müssen. Dieses Versäumnis können jetzt nicht die Beschäftigten ausbaden.
Man sollte (und wird sicherlich) Pensionäre anbieten, voll oder in Teilzeit Eiter zu arbeiten und so Neueinstellungen zu reduzieren.
Ansonsten:Ja, die Kirchen werden den Gürtel enger schnallen müssen.
Und jedes Mitglied sollte wissen, dass mit seinen Kirchensteuern nicht Wohltätiges finanziert wird sondern Pensionen, Gehälter und Gebäudekosten.
Ist ja auch schon heute so.