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Regeln verschärft: Papst droht Bischöfen bei Verschleierung von Missbrauch mit Amtsenthebung

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Papst Franziskus hat die Regeln zur Ahndung von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche verschärft. Bischöfe und Ordensobere, die Fällen von sexueller Gewalt gegen Minderjährige nur nachlässig nachgehen oder sogar verschleiern, können nach einer päpstlichen Anordnung vom Samstag ihres Amtes enthoben werden.

Die für den jeweiligen Bischof zuständige Kongregation kann dem im Vatikan veröffentlichten Papstschreiben in Form eines "Motu proprio" zufolge künftig eine Untersuchung gegen einen Bischof einleiten, wenn es Hinweise auf Nachlässigkeit um Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gibt. Sollten sich diese erhärten, kann die Behörde die Amtsenthebung verfügen oder den Betroffenen zum Rücktritt binnen vierzehn Tagen auffordern. Die endgültige Entscheidung steht der neuen Regelung zufolge dem Papst zu.

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Bischöfe konnten bislang auch schon "aus schwerwiegenden Gründen" ihr Amt verlieren. Durch das Schreiben "Motu proprio" mit dem Titel "Wie eine liebevolle Mutter" will der Papst nach eigenen Worten aber präzisieren, dass ausdrücklich auch "Nachlässigkeit" im Umgang mit Missbrauch zu den Gründen für die Absetzung eines Bischofs gehört. Ein Oberhirte könne dann abgesetzt werden, "wenn er objektiv auf sehr gravierende Weise die Sorgfaltspflichten verletzt hat, die ihm sein Amt auferlegt, auch wenn dies ohne seine schwerwiegende moralische Schuld geschieht".

Die 2014 von Papst Franziskus gegründete Kinderschutzkommission hatte vor wenigen Monaten eines der Mitglieder im Streit über den Umgang mit Missbrauchsfällen freigestellt. Der Australier Peter Saunders war vom Kirchenoberhaupt als Missbrauchsopfer in das Gremium berufen worden, hatte jedoch in der Öffentlichkeit weiterhin Kritik am Umgang der Kirche mit Pädophilie geäußert, insbesondere am Präfekten des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, dem australischen Kardinal George Pell.

Ebenfalls am Samstag verfügte der Papst die Zusammenlegung der päpstlichen Räte für Laien und für Familie in eine neue Laienkongregation. Deren Sekretär und somit zweithöchster Amtsträger könne ein Laie sein, verfügte Franziskus. Bislang sind Präfekten und Sekretäre vatikanischer Kongregationen mit Geistlichen besetzt. Die im Zuge der Kurienreform erwartete Neuerung soll die Rolle der Laien in der Kirche stärken. Die beiden zusammengelegten Behörden hatten als päpstliche Räte weniger Gewicht als eine vatikanische Kongregation.

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(Quelle: epd)

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