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Sexueller Missbrauch: Aloisiuskolleg legt Präventionsleitfaden vor

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Das Bonner Aloisiuskolleg hat am Freitag als erste deutsche Jesuitenschule einen Leitfaden zur Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorgestellt.

«Nach Monaten der Reflexion und der gründlichen Nachbesserungen wollen wir damit auch die hier angedachten Maßnahmen im Alltag von Schule und Internat umsetzen», sagte Rektor Pater Ulrich Rabe am Freitag in Bonn.

An der Entstehung des Leitfadens hatten neben den Kollegsgremien sowohl das Aufklärungsteam aus Lehrer- und Erzieherschaft als auch Vertreter der Mitarbeiter-, Schüler- und Elternschaft sowie von Missbrauch Betroffene über längere Zeit mitgearbeitet. Fachstellen, der Jesuitenorden und die Leitungen aller deutschsprachigen Jesuitenkollegs hätten den Leitfaden begutachtet, erklärte Rabe.

Vor allem am Internat des Bonner Jesuitenkollegs wurden Schüler Opfer von Missbrauch und Grenzüberschreitungen durch Lehrer und Mitarbeiter. Die inzwischen auch von einem unabhängigen Aufklärungsteam um die Kölner Rechtsprofessorin Julia Zinsmeister aufgedeckten Fälle umfassen die Zeit von den 50er Jahren bis 2005. Zinsmeister will im Februar kommenden Jahres ihren Abschlussbericht für die Bonner Schule vorlegen.

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Zu den wichtigsten Punkten im Leitfaden zählen die Erklärung von Kinderrechten, die Konkretisierung verbindlicher Regeln zu Nähe und Distanz, die sich in Selbstverpflichtungen, Arbeitsverträgen und Dienstanweisungen an die Mitarbeiter niederschlagen werde, hieß es. Ein neues Interventionskonzept schreibt die Vorgehensweise bei Verdachtsfällen und Vorfällen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche fest.

Geplant sind regelmäßige Fortbildungen für die Mitarbeiter durch externe Fachstellen sowie Informationsveranstaltungen für Eltern und Schüler durch externe Fachstellen. Der Leitfaden ist Teil eines umfassenden sexualpädagogischen Projekts. Ab sofort seien interne Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche benannt, hieß es. Geplant sei auch die Einrichtung einer externen, unabhängigen Ombudsstelle.

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Zudem verpflichte sich das Aloisiuskolleg, sich alle zwei Jahre durch eine externe, unabhängige Fachstelle begutachten zu lassen, wie die Präventionsarbeit am Kolleg einzuschätzen sei. Einige dieser Maßnahmen, etwa Dienstanweisungen für Internatsmitarbeiter zum Nähe-Distanz-Thema, seien im laufenden Schuljahr bereits umgesetzt worden, hieß es weiter.

Bundesweit haben sich inzwischen rund 200 ehemalige Schüler beim Jesuitenorden als Opfer sexueller Gewalt gemeldet. Seit Jahresbeginn waren zahlreiche Fälle sexuellen Missbrauchs in kirchlichen und anderen Einrichtungen bekanntgeworden. Mit angestoßen hatte die Untersuchungen der Leiter des von Jesuiten betriebenen Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes.

(Quelle: epd)

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