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Ukraine-Konflikt: Orthodoxe Kirchen können zur Lösung beitragen

Die Kirchen in der Ukraine haben nach Ansicht des Oldenburger Bischofs Jan Janssen eine große Chance, friedensstiftend auf die Gesellschaft einzuwirken. Sie seien unabhängig von Parteien und politischen Interessen, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg am Montag.

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Er war zuvor von einer viertägigen Reise in das osteuropäische Land zurückgekehrt. Janssen nahm als deutscher Vertreter einer zehnköpfigen Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) an der Reise teil.

Die Delegation unter Leitung des ÖRK-Generalsekretärs Olav Fykse Tveit führte Gespräche mit dem Gesamtukrainischen Kirchenrat der Ukraine. Tveit sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Genf, die Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Ukraine hätten den Weltkirchenrat gebeten, sich in einen Friedensprozess einzuschalten. Im ukrainischen Kirchenrat sind orthodoxe, katholische, protestantische, jüdische und muslimische Glaubensgemeinschaften vertreten.

Die Menschen in dem osteuropäischen Land sehnten nach fast einem Jahr des Blutvergießens die Rückkehr eines normalen Lebens herbei, sagte der ÖRK-Generalsekretär. Die orthodoxe Kirche in der Ukraine ist in ein Moskauer und ein Kiewer Patriarchat gespalten. Das Verhältnis der beiden großen orthodoxen Kirchen ist angespannt. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat) wolle eine einseitige Parteinahme in dem Konflikt zwischen der ukrainischen Regierung und den prorussischen Separatisten vermeiden, sagte Tveit.

Der Oldenburger Bischof Janssen sagte, anders als in anderen Krisenregionen der Welt werde in der Ukraine der Konflikt nicht durch Religionsgemeinschaften verschärft. Auch die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats trage, obwohl Moskau unterstellt, die Entscheidungen der russischen Regierung nicht mit. "Sie positioniert sich ganz klar für den Erhalt einer territorialen Einheit der Ukraine", betonte Janssen.

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Die Delegation des Weltkirchenrates habe dem Gesamtukrainischen Kirchenrat Hilfe zugesichert. Zudem wolle sie erreichen, dass er künftig als Ansprechpartner von Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen in den Fokus gerückt werde, sagte Janssen. Der Bischof sprach sich eindeutig gegen Waffenlieferungen in die Krisenregion aus. Dadurch werde der Konflikt nur angeheizt.

Im April 2014 brachen im Osten der Ukraine Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen aus. Die Konfliktparteien einigten sich im Februar 2015 unter deutsch-französischer Vermittlung auf einen Waffenstillstand, der aber brüchig ist. Laut UN starben bislang Tausende Menschen in dem Konflikt. Im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sind 349 christliche Kirchen mit 560 Millionen Mitgliedern zusammengeschlossen.

(Quelle: epd)

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