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Zentralafrikanische Republik: Christen sind „Zielscheibe“ der Gewalt

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Seit die islamische Rebellenallianz Séléka vor fünf Monaten die Macht in der Zentralafrikanischen Republik ergriffen hat, reißt die Angriffsserie auf christliche Dörfer nicht ab. Bisher wurden dabei mindestens 15 Menschen getötet und etwa 1000 vertrieben.

 Am 6. August verhafteten die Behörden kurzfristig den Vorsitzenden der Evangelischen Allianz der Zentralafrikanischen Republik und Pastor der protestantischen ELIM Gemeinschaft, Nicolas Guerékoyamé, weil er in einer Predigt in der Hauptstadt Bangui die Regierung kritisiert hatte. Pastor Guerékoyamé ist auch Mitglied des derzeit als Parlament fungierenden Nationalen Übergangsrats und genießt in dieser Funktion Immunität. Diese wurde offensichtlich nicht respektiert.

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Wenige Tage später berichtete die katholische Organisation Kirche in Not, dass bei einem Angriff von Islamisten auf 14 christliche Dörfer in der Diözese Bouar mindestens 15 Menschen getötet und über 1.000 obdachlos gemacht wurden. Die Angreifer stammten von der neu gegründeten Séléka Koalition, die im März die Regierung von Präsident Francois Bozizé in einem Militärcoup gestürzt hat. Nach Augenzeugenberichten warfen die Angreifer Leichen in einen Fluss, darunter auch die eines 5 Monate alten Babys. "Diese Zwischenfälle zeigen, dass Christen zur Zielscheibe geworden sind und dass die staatliche Ordnung zusammengebrochen ist", erklärte der geschäftsführende Direktor der Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz, Godfrey Yogarajah.

"Durch die Verhaftung eines protestantischen Leiters scheint das neue Regime die Botschaft auszusenden, dass sich Kirchen und christliche Gruppen jeder Art von Opposition gegen die neuen Machthaber enthalten sollten", sagte Yogarajah. "Und die selektiven Angriffe auf christliche Dörfer nähren die Furcht, dass Christen vielleicht die Hauptlast des Zusammenbruchs von Recht und Ordnung tragen müssen."

Ein Expertengremium der Vereinten Nationen erklärte diese Woche, dass Rechtsstaatlichkeit "so gut wie nicht existiert" und hat "Berichte über Morde, Folter, willkürliche Verhaftungen, Gewalt gegen Frauen, erzwungenes Verschwinden von Personen, Fälle von Lynchjustiz sowie ein generelles Klima der Unsicherheit und fehlende Rechtsstaatlichkeit während der letzten fünf Monate" zur Kenntnis genommen.

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Es wird berichtet, dass die bewaffneten Rebellen die Anarchie im Land ausnützen und es auch zu Kämpfen der Rebellengruppen gegeneinander kommt. Überdies ist bekannt geworden, dass die Rebellen bei ihren Mord-, Raub- und Vergewaltigungszügen muslimische Dörfer verschonen. Es wurden auch Warnungen laut, dass über 100.000 Kindern sexueller Missbrauch und Zwangsrekrutierung für bewaffnete Gruppen droht.

Ungefähr die Hälfte der 4,4 Millionen Einwohner der Zentralafrikanischen Republik sind Christen, 25 % Protestanten, 25 % Katholiken. Die etwa 15 % Muslime konzentrieren sich im Norden, von wo die Rebellion ihren Ausgang nahm. Der neue Präsident und Anführer der Séléka Allianz Michel Djotodia, erklärte sich nach seiner Machtergreifung zum ersten islamischen Staatschef. Auch wenn er erklärt hat, die Zentralafrikanische Republik würde ein säkularer Staat bleiben, wird er verdächtigt, ein islamistisches Programm zu verfolgen.

Yogarajah erklärte, dass die christliche Gemeinschaft des Landes für ein harmonisches Zusammenleben der Angehörigen verschiedener Religionen beten und arbeiten muss. „Die derzeitige Krise ist ein dringender Aufruf an Nationen und internationale Gruppen, alle mögliche Hilfe bereit zu stellen und sich für den Schutz der christlichen Gemeinschaft und anderer verwundbarer Bevölkerungsgruppen einzusetzen.

(Quelle: EAD)

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