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Ab sofort müssen Menschen, die in Israel für sexuelle Dienstleistungen bezahlen, mit einer Geldbuße rechnen. Das Gesetz wurde zwar bereits vor 19 Monaten beschlossen, wird allerdings erst jetzt umgesetzt, berichtet die englischsprachige Jerusalem Post. Demnach müssen Freier demnächst beim ersten Vergehen 2.000 Schekel (etwa 510 Euro bezahlen), bei mehrmaligen Vergehen bis zu 73.000 Schekel (rund 18.650 Euro). Nach Angaben der Zeitung sollen im Vorjahr etwa 14.000 Menschen in der Sexarbeit tätig gewesen sein, davon 3.000 Minderjährige. Die Coronapandemie könnte die Zahlen noch erhöht haben.

Eigentlich sollen auch die Sexabeiterinnen bei ihrem Ausstieg unterstützt werden. Von den 30 Millionen Schekeln, die dafür vorgesehen seien, seien bisher allerdings nur knapp ein Drittel verwendet worden, so die Jerusalem Post. Allerdings sollen jetzt mehrere Zentren in Betrieb genommen werden, in denen die Sexarbeiterinnen schlafen und sich ein neues Leben aufbauen können. In anderen Ländern, wie Schweden, würden auch den Klienten Aufklärungsworkshops angeboten. Dort kämen sie mit ehemaligen Sexarbeiterinnen in Kontakt, um mehr über die Menschen hinter der Arbeit zu erfahren, schreibt die Zeitung. In Israel gebe es solche Workshops nicht. (nate)

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Die Bestrafung von Freiern und Hilfsangebote für Prostituierte erscheint mir der richtige Weg.

    Leider geht Deutschland mit seiner Liberalisierung den genau anderen Weg, was nicht zu den erhofften Sozialversicherungschutz der Prostituierten und besseren Arbeitsbedingungen geführt hat sondern zu einem Freiertourismus nach Deutschland mit billigen frauenverachtenden Flat-Rate-Bordellen und florierender Zwangsprostitution.

    Die Mär von der selbstbestimmten Sexarbeiterin hält sich leider immer noch. Das wird es geben, aber der Regelfall ist das sicher nicht.

    Bleibt zu hoffen, das Israel auch mit der Unterstützung der Prostituierten ernst macht. Der Artikel lässt ja daran etwas zweifeln. Ein reines Verbot aber wird nur zu mehr Illegalität führen.

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