Das Auschwitz-Komitee nimmt die Entschuldigung eines Leinefelder Gastwirts für die menschenverachtende Aussage gegenüber homosexuellen Menschen nicht an. Der Mann habe gewusst, wofür Auschwitz stehe.
Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Entschuldigung eines Leinefelder Gastwirts nach dessen Auschwitz-Kommentar in sozialen Medien scharf zurückgewiesen. Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner wirft dem Thüringer in einem am Mittwoch veröffentlichten offenen Brief vor, er habe mit seiner Äußerung Menschen mit dem Tod bedroht und die Verbrechen des Nationalsozialismus verherrlicht.
Auslöser war ein Kommentar des Gastwirts unter einem Instagram-Video zur Evakuierung des Berliner Christopher Street Day nach dem tödlichen Anschlag am Samstagabend. Er schrieb dort: «Ab nach Auschwitz und weg mit Euch.» Nach heftiger öffentlicher Kritik löschte er den Beitrag, entschuldigte sich und kündigte an, sich mit Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und den NS-Verbrechen auseinanderzusetzen. Die Landesgartenschau Leinefelde-Worbis kündigte die Zusammenarbeit mit dem Gastronomen dennoch auf. Zudem prüft die Polizei den Verdacht der Volksverhetzung.
Queeren Menschen mit Vernichtung gedroht
Das Auschwitz-Komitee hält die Entschuldigung für nicht glaubhaft. Der Gastwirt habe gewusst, wofür Auschwitz stehe, schreibt Heubner. Wer formuliere «Weg mit Euch», rede politische Verhältnisse herbei, «die ein neues Auschwitz in die Welt bringen». Die Entschuldigung nehme das Auschwitz-Komitee deshalb nicht an.
Der Gastwirt habe niemandem «auf den Fuß getreten», sondern queeren Menschen mit Vernichtung gedroht. Was für ein Hass müsse in seinem Kopf und welche Dunkelheit in seiner Seele stecken, fragte Heubner. Das Auschwitz-Komitee forderte den Mann auf, sich mit dem christlichen Gebot der Nächstenliebe auseinanderzusetzen.
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