Bob Dylan hatte alles: Ruhm, Einfluss und Welterfolge. Doch nach einer tiefgreifenden Glaubenserfahrung sang der Rockmusiker plötzlich von Jesus Christus. Nicht alle Fans waren begeistert.
Als Bob Dylan 1979 sein Album „Slow Train Coming“ veröffentlichte, überraschte er Fans und Kritiker. Der Musiker, dessen Songs eine ganze Generation geprägt hatten, bekannte sich plötzlich offen zu Jesus Christus und machte den christlichen Glauben zum zentralen Thema seiner Musik. Der Song „I Believe in You“ ist sein persönliches Glaubensbekenntnis, in „When He Returns“ singt Dylan von der Wiederkunft Christi und in „Precious Angel“ tauchen zahlreiche Bekehrungsmotive auf. Schlagzeuger Jim Keltner beschrieb seine erste Begegnung mit dem Album mit den Worten: „After each song I was crying.“ Für ihn und andere Musiker wurde die Gospel-Phase zu einer geistlich prägenden Zeit.
Dylans Hinwendung zum christlichen Glauben prägte auch seine Konzerte. Er spielte in dieser Phase nicht mehr seine alten Rock-Hits, sondern fast ausschließlich die neuen „Glaubenslieder“. Langjährige Fans reagierten enttäuscht oder sogar verärgert. Etliche verließen seine Konzerte. Dagegen besuchten vermehrt Christinnen und Christen seine Auftritte.
Die öffentliche Kritik war teils scharf. Journalisten verrissen Dylans Auftritte. Dennoch hielt Dylan zunächst konsequent an seinem evangelistischen Kurs fest. Bis 1981 veröffentlichte er noch zwei weitere christliche Alben. „Shot of Love“ (1981) markierte jedoch bereits die Rückkehr zu eher säkularer Rockmusik. In Dylans späteren Songs fehlt eine evangelistische Ausprägung. Religiöse und biblische Bilder und Motive sind jedoch bis heute Bestandteil seiner Texte.
>>> MOJO Magazine: When Bob Dylan found Jesus
Bob Dylan (1941 in Duluth, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter (u. a. „Blowin in the wind“). Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter zehn Grammys, ein Oscar für den Song „Things Have Changed“ und der Nobelpreis für Literatur im Jahr 2016.
Bob Dylan – Gotta Serve Somebody
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