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Nächstenliebe auf den Weltmeeren: 140 Jahre Deutsche Seemannsmission

Hafenarbeit, Seelsorge und globale Krisen: Seit 1886 begleitet die Deutsche Seemannsmission Seeleute in aller Welt.

Die Deutsche Seemannsmission (DSM) blickt 2026 auf 140 Jahre Geschichte zurück. Als Gründungsdatum gilt der 29. September 1886, die Wurzeln reichen jedoch deutlich weiter zurück, heißt es auf der DSM-Homepage. Einen entscheidenden Impuls gab demnach der Hamburger Pastor Johann Hinrich Wichern, der nach einer Englandreise die evangelische Kirche dazu aufrief, sich stärker um Seeleute zu kümmern. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Vereine und Einrichtungen in europäischen und internationalen Häfen. Vor dem Ersten Weltkrieg war die Deutsche Seemannsmission bereits in mehr als 200 Häfen vertreten.

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Die beiden Weltkriege brachten jedoch schwere Rückschläge für die Arbeit. Viele Einrichtungen wurden zerstört oder im Ausland enteignet. Auch die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den „dunklen Kapiteln“ der Geschichte. „Die Machtergreifung wurde dort genauso überschwänglich begrüßt wie insgesamt in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft und der Kirche“, heißt es. Eine historische-kritische Aufarbeitung fehlt bis heute. Nach 1945 entstanden mit dem Wachstum der deutschen Handelsflotte wieder zahlreiche Standorte. Gleichzeitig öffnete sich die Arbeit zunehmend für Seeleute aller Nationalitäten. Die Deutsche Seemannsmission wurde außerdem Mitbegründerin der International Christian Maritime Association (ICMA), die christliche Seemannsmissionen weltweit vernetzt.

Während der Corona-Pandemie organisierte die DSM Versorgungsdienste und entwickelte die digitale Seelsorge „Seafarer Chat“. Aktuelle Krisen wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Angriffe auf Schiffe im Roten Meer oder Konflikte im Nahen Osten zeigen nach Einschätzung der Seemannsmission, wie wichtig die Unterstützung für Besatzungen weltweit bleibt. Das 140-jährige Jubiläum erinnere deshalb nicht nur an die Geschichte der Organisation, sondern auch an ihren anhaltenden Auftrag, Seeleuten beizustehen.

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