- Werbung -

Erzbischof: Christen im Nahen Osten brauchen Perspektiven

Gewalt, Perspektivlosigkeit und Auswanderung: Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz sieht die christlichen Gemeinden im Nahen Osten unter Druck. Die Kirche in Deutschland stehe in der Pflicht, vor Ort präsent zu bleiben und Verbindungen zu pflegen.

Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz hat nach seiner jüngsten Reise nach Israel und in die palästinensischen Gebiete die Lage der christlichen Gemeinden beschrieben. Viele dieser Gemeinden sähen sich zunehmend unter Druck, heißt es in einer Mitteilung des Erzbistums Paderborn. Gerade junge Menschen stellten sich die Frage, ob sie in ihrer Heimat noch eine Perspektive für sich und ihre Familien finden können.

- Werbung -

Bentz betont, dass die Arbeit der Kirche im Nahen Osten nicht nur aus Projektfinanzierung bestehe. Entscheidend seien gewachsene Beziehungen. „Es geht bei der weltkirchlichen Arbeit und auch im Nahen Osten nicht nur darum, Projekte zu finanzieren, sondern Beziehungen zu leben“, sagt er.

Kirchen in Deutschland: besondere Verantwortung

Nach den Eindrücken des Erzbischofs verstärken die anhaltende Gewalt im Westjordanland sowie schwierige wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen den Trend, dass insbesondere junge Menschen ihre Heimat verlassen. Bildung und berufliche Qualifikation allein reichten nicht aus, um Menschen eine Zukunft zu eröffnen. Nötig seien auch wirtschaftliche Perspektiven und Rahmenbedingungen, die ein Leben in Sicherheit und Freiheit ermöglichen.

Die Kirche in Deutschland trage deshalb eine besondere Verantwortung, heißt es. Bereits persönliche Besuche seien ein Zeichen, sagt Bentz. Er wirbt zudem dafür, Pilgerreisen zu den heiligen Stätten wieder stärker in den Blick zu nehmen, sobald die Lage es zulasse. Diese könnten den christlichen Gemeinden in Bethlehem, Nazareth und Jerusalem auch wirtschaftlich helfen.

Kraft aus dem Glauben

Die christlichen Gemeinden im Heiligen Land sieht Bentz in einer besonderen Rolle. Viele palästinensische Christen stünden zwischen den Konfliktparteien. Gerade daraus könne jedoch eine verbindende Kraft erwachsen. Die Kirche könne nicht außen vor bleiben, weder diakonisch-karitativ noch politisch. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem verbinde Gemeinden über politische Grenzen hinweg. Auch die Gemeinschaft der Christen über Konfessions- und Kirchengrenzen hinaus könne das Verbindende stärken. Der Glaube gebe den Menschen einen inneren Kompass, so Bentz.

- Werbung -

Bentz wurde Ende September 2026 zum Vorsitzenden der neuen Kommission für gesellschaftliche und caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Er will seine Erfahrungen aus dem Nahen Osten in diese Aufgabe einbringen. Dabei wirft er die Frage auf, welche Rolle Europa an den Brennpunkten der globalen Dynamik spielt und was die EU wahrnehmen könne.

Erzbischof Udo Markus Bentz leitet das Erzbistum Paderborn. Er steht derzeit an der Spitze der katholischen Kommission Justitia et Pax und war in der Deutschen Bischofskonferenz für die Nahost-Arbeit verantwortlich.

Mehr zum Thema:

QuelleC-Heute

NEWS & Themen

NEWSLETTER

BLICKPUNKT – unser Tagesrückblick
täglich von Mo. bis Fr.
Wir liefern dir die interessantesten NEWS,
Interviews und Geschichten aus der christlichen Welt.
Kompakt, relevant, inspirierend.

Wie wir Deine persönlichen Daten schützen, erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.
Abmeldung im NL selbst oder per Mail an info@jesus.de

Konnten wir dich inspirieren?

Jesus.de ist gemeinnützig und spendenfinanziert – christlicher, positiver Journalismus für Menschen, die aus dem Glauben leben wollen. Magst du uns helfen, das Angebot finanziell mitzutragen?