Bis Ende 2026 soll feststehen, welche kirchlichen Immobilien langfristig aus Kirchensteuern finanziert werden können. Für viele Gebäude müssen neue Wege gefunden werden. Einen Kahlschlag soll es nicht geben.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) arbeitet derzeit an einer umfassenden Gebäudebedarfsplanung. Wie das Sonntagsblatt berichtet, sollen bis Ende 2026 alle mehr als 6.000 kirchlichen Gebäude bewertet und in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Hintergrund sind Prognosen, nach denen Mitgliederzahlen und Kirchensteuereinnahmen bis 2035 deutlich zurückgehen werden. Künftig werde die Landeskirche voraussichtlich nur noch rund die Hälfte ihrer Gebäude dauerhaft aus Kirchensteuermitteln finanzieren können.
Transformation gleich Aufgabe des Gebäudes?
Nach Angaben von Oberkirchenrat Florian Baier bedeutet die Einstufung eines Gebäudes jedoch nicht automatisch dessen Aufgabe. „Transformation heißt nicht in erster Linie Aufgabe oder Abgabe eines Gebäudes“, betont der Oberkirchenrat. Ziel sei vielmehr, für viele Immobilien alternative Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Gemeinden sollen in den kommenden Jahren gemeinsam mit Fachleuten prüfen, welche Gebäude langfristig für die kirchliche Arbeit benötigt werden und wie sie künftig genutzt werden können. Unterstützung erhalten sie dabei unter anderem durch die kirchliche Bauverwaltung sowie die neu gegründete Immobilienberatungsgesellschaft Equadra.
Besondere Aufmerksamkeit gilt denkmalgeschützten Kirchengebäuden. Hier stehe weiterhin der Erhalt im Mittelpunkt, so Baier. Neben kirchlichen Mitteln setzt die Landeskirche auf die Zusammenarbeit mit Kommunen, dem Freistaat Bayern und weiteren Partnern. Dafür wurde unter anderem die Stiftung Evangelische Baukultur gegründet, die zusätzliche Mittel für den Erhalt historischer Kirchen einwerben soll. Gleichzeitig spielen Ehrenamtliche nach den Worten Baiers eine wichtige Rolle, etwa bei der Entwicklung neuer Nutzungsideen und der Begleitung von Sanierungsprojekten.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) ist mit rund 2 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Landeskirche innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zu ihr gehören rund 1.500 Kirchengemeinden.

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