Tag 255

0

Matthäus 5

„Gott segnet die, die erkennen, dass sie ihn brauchen, denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt.

Gott segnet die, die traurig sind, denn sie werden getröstet werden.

Gott segnet die Freundlichen und Bescheidenen, denn ihnen wird die ganze Erde gehören.

Gott segnet die, die nach Gerechtigkeit hungern, denn sie werden sie im Überfluss erhalten.

Gott segnet die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren.

Gott segnet die, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.

Gott segnet die, die sich um Frieden bemühen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

Gott segnet die, die ihr Leben Gott ganz zur Verfügung stellen, denn das Himmelreich wird ihnen gehören.

Gott segnet euch, wenn ihr verspottet und verfolgt werdet und wenn Lügen über euch verbreitet werden, weil ihr mir nachfolgt. Freut euch darüber! Jubelt! Denn im Himmel erwartet euch eine große Belohnung. Und denkt daran, auch die Propheten sind einst verfolgt worden.“

Jesus hatte inzwischen zwölf Jünger ausgewählt, die zum inneren Kreis seiner Vertrauten werden sollten. Mit diesen zieht er sich auf einen Berg zurück und unterweist sie in seinem Denken. Dabei fängt er mit den heute so genannten Seligpreisungen an. Diese machen wieder einmal – wie zuvor schon andere Begebenheiten – deutlich, dass nicht die Etablierten und Gutsituierten, sondern die Armen, Schwachen und Rechtlosen seine eigentliche Zielgruppe sind. Wohlgemerkt: Er ist nicht nur für die Outlaws gekommen. Aber um zu Jesus kommen zu können, muss man sich im Hinblick auf Gott schon verloren vorkommen.

Belohnt sollen die werden, die sich Bescheidenheit und Freundlichkeit auf ihre Fahne geschrieben haben, ebenso die, die sich für Gerechtigkeit einsetzen und Frieden stiften. Die Belohnung wird dabei nicht in finanziellen Vorteilen bestehen, sondern erst im Himmel zu erwarten sein, dort aber ganz sicher.

Christsein ist nach diesen Seligpreisungen eine paradoxe Angelegenheit: „Der Christ wächst wie ein Kuhschwanz – immer nach unten“, hat mal jemand gesagt. Der christliche Glaube sucht immer das Niedrige. In der Erniedrigung liegt ein Segen. Damit ist nun keineswegs eine Selbstherabsetzung gemeint, sondern ein demütiges Sich-Unterwerfen unter das, was Gott von uns will.